Aufnahmen des Mannes hatten beim Sturm auf das Kapitol weltweit für Entrüstung gesorgt: Auf seinem schwarzen »Camp-Auschwitz«-Sweatshirt waren ein Totenschädel und die Worte »Work Brings Freedom« zu sehen – eine ungefähre Übersetzung von »Arbeit macht frei«, der Aufschrift am Tor des früheren deutschen Konzentrationslagers, in dem die Nationalsozialisten mehr als eine Million Menschen töteten.

Jetzt ist der 56-Jährige vom FBI in Newport News im US-Bundesstaat Virginia in Gewahrsam genommen worden. Das teilte die Bundespolizei mit. Er wird des gewalttätigen oder ordnungswidrigen Verhaltens auf dem Gelände des Kapitols sowie des illegalen Betretens eines öffentlichen Gebäudes beschuldigt, wie aus Gerichtsdokumenten hervorging. Ein Bundesgericht in Washington hatte am Dienstag einen Haftbefehl gegen den Mann erlassen, den die »Washington Post« veröffentlichte.

Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor mitgeteilt, sie gehe davon aus, schon bald »Hunderte« mutmaßliche Täter im Zusammenhang mit dem Sturm auf das Kapitol anzuklagen.

Anhänger des noch amtierenden Präsidenten Donald Trump hatten am Mittwoch vergangener Woche das Kapitol gestürmt. Trump wird vorgeworfen, seine Unterstützer bei einer vorhergehenden Kundgebung aufgestachelt zu haben. Bei den Krawallen kamen fünf Menschen ums Leben, darunter ein Polizist.

Nach der Erstürmung des Kapitols durch seine Anhänger muss sich Trump als erster US-Präsident in der Geschichte einem zweiten Amtsenthebungsverfahren stellen. Neben allen 222 Demokraten stimmten am Mittwoch auch zehn von Trumps Republikanern im Repräsentantenhaus für die Eröffnung eines neuen Impeachment-Verfahrens. 197 Republikaner votierten dagegen. Trump muss sich damit im Senat wegen »Anstiftung zum Aufruhr« verantworten. Nach Angaben des republikanischen Mehrheitsführers im Senat, Mitch McConnell, ist ein Urteil in der Kammer vor der Vereidigung von Trump-Nachfolger Joe Biden am kommenden Mittwoch ausgeschlossen.

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