Das Robert Koch-Institut (RKI) zeigt sich weiterhin besorgt über die hohen Corona-Fallzahlen in Deutschland, die sich trotz der strikten Maßnahmen auf einem hohen Niveau eingependelt haben. »Wir müssen die Fallzahlen unbedingt reduzieren und daher weiterhin unsere Kontakte reduzieren«, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler bei einem Pressebriefing in Berlin. »Die intensivmedizinische Versorgung in Deutschland war wahrscheinlich noch nie so ausgelastet wie heute.«

Das RKI meldete am Donnerstag 19.600 neue Corona-Infektionen. Mehr als 1000 Menschen starben demnach am Mittwoch an oder mit dem Virus. Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz lag bei 155 Fällen pro 100.000 Einwohner.

In den vergangenen zwei Wochen schwankten die Fallzahlen. Es hieß immer wieder, die Interpretation der gemeldeten Zahlen sei schwierig, da über die Feiertage weniger getestet wurde. Man werde in wenigen Tagen die Zahlen wieder realistischer einschätzen können, versicherte Wieler nun. »Nächste Woche sollten die Verzerrungen durch Nachmeldungen oder weniger Testungen über die Feiertage aufgehoben sein.«

Die Zahlen seien noch viel zu hoch und man müsse alles tun, um sie einzudämmen. »Bitte bleiben Sie zu Hause, wann immer es möglich ist und treffen Sie nur die gleichen Leute«, sagte Wieler. Dazu gehöre auch, dass noch mehr Arbeitgeber Homeoffice für ihre Mitarbeitenden möglich machen sollten. »Ich sehe viele Arbeitgeber, die verantwortungsvolle Vorreiter sind, aber es gibt ebenso viele, die ihre Mitarbeiter noch ins Büro bitten oder persönliche Treffen mit mehreren Menschen einfordern.« Die Heimarbeit schütze die Gesundheit von allen.

»Wer nicht unbedingt muss, sollte aktuell nicht verreisen«, sagte Wieler weiter. »Wir sehen aktuell, dass die neuen Virus-Varianten aus Großbritannien und Südafrika durch Reiseaktivitäten nach Deutschland getragen wurden.«

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