Für ihre Kritik an einer Stiftung, die den Bau der Ostseepipeline Nord Stream 2 unterstützen soll, wird Grünenchefin Annalena Baerbock von der SPD attackiert. Sie handele realitätsfremd und versuche, »die Menschen im Land für dumm zu verkaufen«, sagte SPD-Fraktionsvize Sören Bartol der Nachrichtenagentur dpa. Es sei verantwortungslos, parallel aus Kohle und Atom auszusteigen und gleichzeitig alle Brückentechnologien abzulehnen.

Baerbock hatte in der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« gesagt, es sei »einfach ungeheuerlich«, dass mit russischen Geldern »eine Stiftung unter dem Deckmantel des Klimaschutzes« finanziert werde, die einzig und allein zur Fertigstellung der Pipeline diene.

Durch die Stiftung sollen angedrohte Sanktionen der USA gegen am Bau der Leitung beteiligte Firmen möglichst umgangen werden. Baerbock hatte gesagt, Nord Stream 2 werde nicht zur Sicherung der Gasversorgung gebraucht.

»Indem sie Nord Stream 2 ablehnt, macht sie den Import von schmutzigem Frackinggas hoffähig«, kritisierte Bartol. »Das ist dann die verschwiegene Konsequenz des grünen Populismus.« Gas werde als Übergang bis Mitte der 2030er-Jahre nötig sein, um eine Deindustrialisierung in Deutschland zu verhindern.

Selbstverständlich liege die Zukunft in 100 Prozent erneuerbaren Energien, betonte der SPD-Fraktionsvize. Doch Baerbocks Aussagen seien leichtfertig. Und: »Wer überall streut, sich das Kanzleramt zuzutrauen, darf in einer solchen zentralen Frage nicht leichtfertig daherreden.«

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