1. Tunnelblick

Ein Prozent der Deutschen ist geimpft, sagt Gesundheitsminister Jens Spahn. Es gebe kaum Nebenwirkungen, sagt das Paul-Ehrlich-Institut. Die Organisation im Impfzentrum ist vorbildlich, sagt mein Schwiegervater, der seit heute zu dem einen Prozent gehört. Der zweite Termin ist schon vereinbart. Das klingt nach Hoffnung.

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Licht am Ende des Impfzentrums

Foto: Bernd von Jutrczenka / picture alliance/dpa

Nach Tristesse klingt das Gerede und Geraune über einen verschärften Lockdown. Auch die Berichte über die Gefährlichkeit der Virusmutante machen unfroh. Bundeskanzlerin Angela Merkel lässt offenbar die Möglichkeiten für eine bundesweite Einstellung des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs sondieren (hier mehr dazu). Zuvor hatte die »Bild«-Zeitung darüber berichtet (»Mega-Lockdown«). Nach SPIEGEL-Informationen werden in der Bundesregierung noch weitere Maßnahmen geprüft, etwa Grenzkontrollen, eine FFP2-Masken-Pflicht wie in Bayern, eine Homeoffice-Pflicht.

Im Pressebriefing des RKI-Präsidenten Lothar Wieler klang bereits an, dass der bisherige Shutdown nicht reichen könnte: »Wir müssen die Fallzahlen unbedingt reduzieren und daher weiterhin unsere Kontakte reduzieren.« Die »intensivmedizinische Versorgung in Deutschland« sei wahrscheinlich »noch nie so ausgelastet« gewesen wie heute. Auch die Corona-Todesmeldungen waren nie höher. Allerdings schwanken die Zahlen stark, noch immer schlagen sich die Feiertage nieder, an denen weniger getestet und gemeldet wurde.

In Thüringen, wo das Virus gerade besonders heftig wütet, verschieben sie sogar die Landtagswahl, von April auf September. Der Tunnel, an dessen Ende das Licht zu sehen sein soll, scheint gerade wieder länger zu werden.

2. AKKzeptanz des Unausweichlichen

Zum ersten Mal seit 20 Jahren übernimmt am Samstag ein Mann die Führung der CDU. Kaum ein Tag vergeht, an dem es nicht mindestens einer der drei Kandidaten in die Schlagzeilen oder eine Talkshow…