Mesut Özil polarisiert. Die einen halten ihn für einen der besten Linksfüßer der Welt: der vielleicht letzte echte „Zehner“, der Räume entdeckt und Zuckerpässe spielt, aber zuletzt aufs Abstellgleis geraten ist. Die anderen finden, dort sei er genau richtig und werfen ihm mangelnde Einstellung vor. Viele Fans verehren ihn für seine Charity-Projekte und dass er sich als Muslim für das Schicksal der Uiguren einsetzt. Kritiker verachten die Nähe zum türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und halten Özils Vorwürfe bei seinem Rücktritt aus der DFB-Elf nach der WM 2018 für übertrieben.

Özil wandelt zwischen den Welten, zwischen Sport und Politik, von einer zur nächsten Kontroverse. Und so hat auch der bevorstehende Wechsel zum 19-fachen türkischen Meister Fenerbahce Istanbul zwei Lesarten. Beim FC Arsenal sind sie froh, dass sie den teuren Tribünengast, ohne Spielerlaubnis, aber mit Rekord-Vertrag, endlich los sind. Angeblich soll Özil bei Arsenal 20 Millionen Euro im Jahr verdient haben, so viel wie kein Spieler jemals zuvor.

Özil ist seit März 2020 ohne Spielpraxis: Arsenal hat ihn von der Kaderliste gestrichen

Fenerbahce dagegen hat einen neuen Hoffnungsträger. Özil lässt die Fans wieder träumen. Seit Tagen überschwemmen Fenerbahce-Anhänger die Kommentarspalten in den Sozialen Medien mit gelben und blauen Herzchen und heißen ihn schon mal digital willkommen.

Neues Kapitel in Özils Karriere

„Özil ist noch immer ein großer Name und ein Top-Spieler der letzten Jahre. Der Hype ist riesig“, sagt der türkische Sportjournalist Ugur Karakullukcu. Özil schmeichelte den Fans bereits auf dem Kurznachrichtendienst Twitter und verkündete, dass Fenerbahce sein Herzensverein sei, schon als kleiner Junge in Gelsenkirchen: „Jeder Deutsch-Türke wächst mit einem türkischen Klub auf, den er unterstützt. Bei mir war es immer Fenerbahce.“

Es ist ein Neuanfang in der Türkei und manch einer sagt, es musste so kommen. Schließlich war Özil mit dem…