Mehr als 1500 Heiratsanträge soll Josephine Baker bekommen haben. 1927 verdient die berühmte Tänzerin mehr als jeder andere Entertainer in Europa. Da ist sie gerade mal 20. Mit ihr kommt die weltberühmte „Revue Nègre“ und der „Hot Jazz“ in die europäischen Kulturmetropolen.

In Paris, Madrid und Berlin liegen ihr Künstler und Literaten wie Picasso, Hemingway, Le Corbusier, Schauspieler und Theaterleute wie Jean Gabin und Max Reinhardt zu Füßen. Jean Cocteau schwärmt euphorisiert: „Dieses schöne Idol aus braunem Stahl, Ironie und Gold!“

Aus den Slums bis zum Broadway

Als Kind hat Josephine Baker nicht viel zu lachen. Sie muss früh hart arbeiten und Geld ranschaffen. 1917 erlebt sie mit elf Jahren die Pogrome mit, bei der fast 100 Schwarze Lynchmorden zum Opfer fallen.

Geboren wird sie in Missouri/USA, in den Slums von St. Louis. Freda Josephine McDonald steht auf ihrer Geburtsurkunde, datiert auf den 3.6.1906: uneheliche Tochter einer Schwarzen und eines weißen Spaniers. Der Vater, Musiker jüdischer Abstammung, ist arbeitslos und macht sich schnell aus dem Staub.

Bei reichen weißen Familien kommt sie als Hausmädchen unter. Aber sie lernt schnell den tagtäglichen Rassismus der besitzenden Klasse kennen. Mit 15 verheiratet die Mutter ihre Tochter, um sie versorgt zu wissen.Aus dieser kurzen Verbindung behält Josephine ihren Nachnamen Baker.   

Bei einer Wandertruppe hilft sie als Ankleidemädchen aus, ihr Alter muss sie verschleiern: Kein Theaterdirektor hätte einen Teenager engagiert. Als eine Tänzerin krank wird, ergreift sie mutig ihre Chance und tritt mit der Truppe auf. Auf der Bühne erobert sie sich ihre Welt.

Bakers Durchbruch kam mit der „Revue nègre“

Und sie ist ehrgeizig und zäh: Mit 16 tanzt sie als Zweitbesetzung in einem schwarzen Musical, 1922 folgen Auftritte in der erfolgreichen Show „Chocolate Dandies“, die Gastspiele in Moskau und St. Petersburg hat. Mit dieser Revue gelingt ihr auch der erfolgreiche Sprung an den New Yorker…