Die politische Karriere des früheren französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy hat bereits mehrfach juristische Nachwirkungen gehabt. Nun zieht ein Medienbericht auch die Beschäftigung seiner Ex-Frau Cécilia als Parlamentsassistentin in Zweifel. Denn für ihre tatsächliche Arbeit fehlten jegliche Belege, berichtet die französische Satire- und Investigativzeitung »Le Canard Enchaîné«.

Demnach erhielt Cécilia Sarkozy, die nach der Trennung und erneuter Heirat Cécilia Attias heißt, in den Jahren 2002 und 2003 für eine Teilzeitstelle in der französischen Nationalversammlung für 76 Arbeitsstunden ganze 3088 Euro netto im Monat – offenbar ohne echte Gegenleistung.

»Kein einziger Artikel, nicht der kleinste Bericht, kein einziges der vielen Bücher«, in denen über die ehemalige First Lady berichtet werde, »erwähnt ihre Arbeit als parlamentarische Attaché«, schreibt die Zeitung. Für die abgerechnete Tätigkeit für die konservative Politikerin Joëlle Ceccaldi-Raynaud gebe es überhaupt keine Belege. Der Anwalt Ceccaldi-Raynauds ließ dem Bericht zufolge mitteilen, das »Fehlen einer tatsächlichen Arbeitsleistung« müsse erst bewiesen werden.

Die Vorwürfe erinnern an den Fall Fillon

Das Umfeld Sarkozys bestätigte der Nachrichtenagentur AFP, dass Cécilia Sarkozy die Stelle innegehabt habe, als ihr Mann 2002 Innenminister wurde. Dabei sei aber alles mit rechten Dingen zugegangen: »Das professionelle Engagement von Cécilia Sarkozy während des politischen Lebens von Nicolas Sarkozy von 1988 bis 2007 war allgemein bekannt«, hieß es demnach. 2007 ließ sich das Ehepaar scheiden.

Der konservative Politiker Sarkozy war von 2007 bis 2012 französischer Präsident. In seinem direkten Umfeld wurde bereits ein prominenter Fall von Scheinbeschäftigung auf Staatskosten aufgedeckt: Sein früherer Premierminister François Fillon war im vergangenen Juni wegen der Scheinbeschäftigung seiner Frau im Parlament zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden. Die…