Die Festnahmen stehen nach Medienberichten im Zusammenhang mit der gescheiterten Flucht von zwölf Aktivisten in einem Boot nach Taiwan. Die Flüchtlinge waren im August von Chinas Küstenwache aufgegriffen worden, als sie sich in das freie und demokratische Taiwan absetzen wollten.

Statt zurück nach Hongkong wurden sie nach China gebracht, wo zehn von ihnen im Dezember in der südchinesischen Stadt Shenzhen zu Haftstrafen zwischen sieben Monaten und drei Jahren verurteilt wurden. Zwei Minderjährige wurden der Hongkonger Polizei übergeben.

Der Anwalt und Bezirksrat Daniel Wong Kwok-tung wird von der Polizei abgeführt

Seither suchen Ermittler nach Unterstützern, die den „Hongkong 12“, wie sie auch genannt werden, bei ihrer Flucht geholfen haben. Unter den jetzt Festgenommenen ist auch der Anwalt und Bezirksrat aus dem Stadtteil Kowloon, Daniel Wong Kwok-tung, der in der Vergangenheit bei Protesten in Hongkong festgenommenen Demonstranten juristische Unterstützung gewährt hatte. Er stand auch hinter einer Kampagne zur Gründung eines Cafés in Taiwan, das Hongkongern im Exil dort Jobs bietet.

„Ein Land, ein System“

Den elf Festgenommenen werde „Unterstützung von Straftätern“ vorgeworfen, berichtet die Zeitung „South China Morning Post“ mit HInweis auf eine Polizeiquelle. Betroffen seien acht Männer und drei Frauen im Alter zwischen 18 und 72 Jahren, ergänzt der öffentliche Sender RTHK.

Das Vorgehen der Behörden in der chinesischen Sonderverwaltungsregion folgt auf die Festnahme von 53 Mitgliedern der prodemokratischen Opposition vergangene Woche unter Hinweis auf das seit Juli geltende neue Sicherheitsgesetz. Es richtet sich gegen Aktivitäten, die von Pekings Behörden als umstürzlerisch, separatistisch, terroristisch oder verschwörerisch angesehen werden. 

Das von Peking unter Umgehung des Hongkonger Legislativrats erlassene Gesetz ist bei der Opposition in der chinesischen Sonderverwaltungsregion und international auf scharfe Kritik…