Die meiste Zeit seines Lebens war Donald Trump als Immobilienmogul und schillernde TV-Persönlichkeit bekannt. Sein Umzug aus dem Trump Tower in New York ins Weiße Haus in Washington machte ihn zum mächtigsten Mann der Welt. Doch kurz vor dem Ende seiner Amtszeit muss Trump um seine politische und finanzielle Zukunft bangen.

Denn nachdem er seine Anhängerinnen und Anhänger am 6. Januar zum Sturm auf das Kapitol aufgehetzt hat, klagt ihn das Repräsentantenhaus nun wegen »Anstiftung zum Aufruhr« an. Es ist das zweite Mal, dass die Kongresskammer formell ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump eröffnet.

Die US-Demokraten wollen den abgewählten Präsidenten für seine Rolle beim gewaltsamen Aufstand in der Hauptstadt zur Verantwortung ziehen. Weil Vizepräsident Mike Pence es bislang ablehnt, Trump mithilfe des 25. Zusatzartikels der Verfassung abzusetzen, beschreitet die Partei des künftigen Präsidenten Joe Biden den Weg über den Kongress (wie das Verfahren genau abläuft, lesen Sie hier).

Welche Folgen das für Trump haben könnte, hängt zum Teil von den Republikanern ab – aber auch von der Auslegung von Gesetzestexten.

Antworten auf die wichtigsten Fragen:

Welche unmittelbaren Konsequenzen drohen Trump durch das Impeachment?

Das hängt vor allem davon ab, wann sich der US-Senat mit der Anklage befasst und wann er eine Entscheidung fällt. Geschieht beides noch vor dem regulären Ende von Trumps Amtszeit am 20. Januar, könnte der Präsident im Wortsinn seines Amtes enthoben werden.

Das wäre ein Novum in der US-amerikanischen Geschichte, denn bislang wurde kein Impeachment-Verfahren mit der Absetzung des Präsidenten beendet. Richard Nixon etwa trat 1974 infolge des Watergate-Skandals selbst zurück, um einem Urteil zuvorzukommen. Und bei Bill Clinton gab es 1999 im Senat nicht genügend Stimmen für eine Amtsenthebung.

Aktuell ist die nächste Senatssitzung erst für den 19. Januar angesetzt. In dieser Zeit heißt der Mehrheitsführer noch Mitch McConnell….