Noch immer sind die Corona-Infektionszahlen hoch, zuletzt starben in Deutschland binnen einem Tag so viele Menschen im Zusammenhang mit dem Virus wie noch nie. Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) fordert nun, dass sich die Regierungschefinnen und -chefs der Bundesländer bereits in der kommenden Woche erneut mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über neue Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie abstimmen.

Ein virtuelles Treffen der Ministerpräsidentinnen und -präsidenten mit der Kanzlerin ist bisher für den 25. Januar vorgesehen, eine Woche zuvor wollten sich die Länderchefs absprechen. Bei der jüngsten Runde am 5. Januar hatten sich Bund und Länder unter anderem auf eine weitere Verschärfung der Kontaktbeschränkungen geeinigt.

Er werde sich bei Merkel dafür einsetzen, »damit wir früher entscheiden können, welche Maßnahmen wir verschärfen und welche lockern können«, sagte Kretschmann vor Journalisten. Nach SPIEGEL-Informationen ist in anderen Bundesländern noch nichts über Planungsänderungen der Termine bekannt. Das Kanzleramt sei mit den Regierungschefs der Länder über den nächsten Termin für eine MPK im Gespräch, heißt es aus dem Bundespresseamt. Das dürfte bedeuten, dass eine Vorverlegung durchaus möglich ist.

Kretschmann begründete den Vorstoß damit, Kitas und Grundschulen im Februar wieder öffnen zu wollen. Kleine Kinder litten unter den Auswirkungen mehr als ältere Kinder und Erwachsene, sagte Kretschmann.

Zudem will Kretschmann erreichen, dass etwa die Regeln für das Homeoffice bundesweit verschärft werden. So seien in den Unternehmen noch längst nicht genügend Mitarbeiter im Homeoffice. Da gebe es »Luft nach oben«, sagte er.

Bei einer weiteren Verschärfung der Krise seien auch Ausgangssperren denkbar: »Wenn das richtig aus dem Ruder läuft, wie wir das in London oder so sehen, und wenn das Gesundheitswesen kollabiert, dann muss man drastische Ausgangssperren machen. Das ist dann das…