Das Impfen gegen das Coronavirus kommt in Deutschland nur schleppend voran. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) drängt daher auf ein höheres Tempo. »Wir wollen zusichern, dass jeder geimpft werden kann der will«, sagte Schwesig im ZDF-»Morgenmagazin«. Bisher gäbe es aber »keine verlässlichen Informationen, dass genügend Impfstoff vorhanden ist, damit das zu schaffen ist«.

Die Ministerpräsidentin betonte, dass ihr Bundesland wesentlich mehr Impfdosen brauche, um ausreichend Impfungen durchzuführen. Allein in der Landeshauptstadt Schwerin würden 600 Impfdosen täglich benötigt, es stünden aber nur 600 Dosen wöchentlich zur Verfügung. Mecklenburg-Vorpommern liegt beim Impfen derzeit vorn. Gemessen an der Bevölkerungszahl erfolgten hier bereits mehr Impfungen als in jedem anderen Bundesland.

Schwesig äußerte sich verärgert über die Aussage von Jens Spahn (CDU), wonach jeder, der geimpft werden will, auch geimpft würde. »Ich finde es schwierig, wenn der Bundesgesundheitsminister solche Versprechen macht, ohne dass wir wissen, dass genügend Impfstoff da ist«, sagte die SPD-Politikerin. Es nutze nichts, wenn die Versorgung sich erst im zweiten Quartal bessere.

Schwesig sagte, dass der Lockdown fortgesetzt werden müsse, wenn die Fallzahlen weiter so hoch blieben. Sollte sich die Virusmutation aus Großbritannien in Deutschland ausbreiten, müsse sogar über Verschärfungen nachgedacht werden. Dies wird auch in der Bundesregierung so gesehen. In Bund-Länder-Kreisen wird deshalb diskutiert, ob es noch vor dem verabredeten neuen Spitzengespräch am 25. Januar neue Entscheidungen geben sollte. Die beschlossenen Beschränkungen wie die Schließung von Gastronomie und Einzelhandel gelten bis Ende Januar. 

Das Robert Koch-Institut (RKI) gab derweil am Donnerstag einen neuen Höchstwert bei den Corona-Todesfällen bekannt. Demnach starben weitere 1244 Menschen, die positiv auf das Virus getestet wurden. Die Zahl der neuen…