Deutschland stehen womöglich abermals verschärfte Corona-Maßnahmen bevor. Um die Ausbreitung des Coronavirus und weiterer, wohl noch ansteckenderer Mutationen zu verhindern, lässt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) offenbar unter anderem die Möglichkeiten für eine bundesweite Einstellung des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs sondieren. Zuvor hatte die »Bild«-Zeitung darüber berichtet.

Nach SPIEGEL-Informationen werden in den Gesprächen zwischen der Kanzlerin und ihren Ministerinnen und Ministern derweil noch weitere Maßnahmen geprüft. So wird etwa beraten, ob zum Schutz vor der Mutation wieder Grenzkontrollen eingeführt werden müssen oder ob das Tragen von FFP2-Masken verordnet werden soll, wie es in Bayern bereits der Fall ist. Auch eine mögliche Vorschrift an die Wirtschaft, wonach mehr Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten sollen, wird diskutiert.

Es handele sich bislang aber nur um eine Sammlung von Vorschlägen, sagte ein Kabinettsmitglied dem SPIEGEL. Beschlossen ist bislang keine der Maßnahmen, einige der Vorschläge wurden bislang auch als unrealistisch verworfen. Beschlüsse könnten ohnehin nicht ohne die Zustimmung der jeweiligen Länderchefinnen und -chefs gefasst werden. Bund und Länder sollen regulär am 25. Januar über die weiteren Pandemie-Maßnahmen beraten. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hatte am Donnerstag indes für ein Vorziehen der Beratungen plädiert. Derzeit sondiert die Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten in Telefonaten einen früheren Termin. Die Regierungschefs der SPD-geführten Länder wollen sich noch heute Abend abstimmen.

Zuletzt hatte auch das Robert Koch-Institut (RKI) einen schärferen Shutdown angeregt. »Wir müssen die Fallzahlen unbedingt reduzieren und daher weiterhin unsere Kontakte reduzieren«, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Donnerstag bei einem Pressebriefing. Wieler befürwortete eine Verschärfung der derzeit geltenden Maßnahmen als…