Am Schluss war vielleicht doch das Skifahren schuld. Der schweizerische Nationalsport, an dem das Land trotz aller Hiobsbotschaften in der Pandemie festgehalten hatte, lockte in den vergangenen, schneereichen Wochen Touristen aus ganz Europa in die Schweiz. Darunter auch Hunderte Reisende aus Großbritannien, von denen wohl einige die mutierte, hochansteckende Variante des Coronavirus mitgebracht haben.

Nun kommen die Folgen dieser Politik auch in Bern an. Die Schweizer Regierung, der Bundesrat, hat am Mittwochnachmittag verkündet, was für viele Experten längst überfällig war: Die Schweiz geht von Montag an in einen erneuten Shutdown. Alle Geschäfte, in denen keine Waren des täglichen Bedarfs verkauft werden, müssen schließen, alle Betriebe, in denen Homeoffice möglich ist, müssen es einführen.

Der Schweizer Sonderweg, der stets die »Eigenverantwortung« betonte, ist damit zumindest teilweise zu Ende: Bisher hatte der Bundesrat trotz höherer Infektionszahlen als in den Nachbarländern immer nur zögerlich Maßnahmen beschlossen. In vielen Kantonen sind Einkaufsgeschäfte noch geöffnet, auch Restaurants sind erst seit Ende Dezember im ganzen Land geschlossen.

Die Regierungsmitglieder tragen jetzt Maske beim Sprechen

Die Pressekonferenz am Mittwoch machte aber deutlich, dass sich im Land im Umgang mit dem Virus etwas verändert hat. Alle Mitglieder des Bundesrates saßen durch Plexiglaswände voneinander getrennt, sie behielten – anders als bei vorherigen Anlässen – beim Sprechen ihre Masken an. Die bisherige Gelassenheit im Umgang mit der Pandemie war verflogen, das Bild machte deutlich: Auch die Schweiz nimmt das Coronavirus jetzt richtig ernst.

Der zuständige Innen- und Gesundheitsminister Alain Berset hatte sich mit seiner Forderung nach einem umfassenden Shutdown im Bundesrat offenbar durchgesetzt. Er sagte, die Situation in der Schweiz sei vergleichbar mit derjenigen in Großbritannien – kurz nach dem Ausbruch der Mutation B117 Anfang Dezember. Gut…