Im 25 Départements galt die Maßnahme bereits, nun wird sie auf das ganze Land ausgeweitet: Frankreichs Premierminister Jean Castex hat eine landesweit vorgezogene nächtliche Ausgangssperre ab 18 Uhr angekündigt. Die Maßnahme soll demnach ab kommenden Samstag für die kommenden 15 Tage in Kraft sein. Bisher galt die Ausgangssperre ab 20 Uhr.

Dennoch betonte Castex, die Regierung behalte sich vor, die vorgezogenen Ausgangssperre zu verlängern. Man tue alles, um einen dritten Lockdown zu vermeiden. Die Zahlen seien nun auch weitaus niedriger als Ende Oktober, als die Regierung den zweiten Lockdown anordnete. Damals habe es 50.000 Neuinfektionen pro Tag gegeben, nun habe man durchschnittlich 16.000 in der vergangenen Woche.

Das »couvre-feu« habe sich dabei als effizientes Mittel herausgestellt, das Infektionsgeschehen einzudämmen, sagte Castex. In jenen Regionen, in denen die Sperre schon am 2. Janaur ab 18 Uhr verhängt wurde, verzeichne man zwei bis drei Mal weniger Corona-Fälle.

Zudem kündigte der Premier deutlich schärfere Kontrollen an den Grenzen an. Nicht-EU-Bürger müssen einen negativen PCR-Test vorweisen können, der nicht älter als 72 Stunden ist, sich dann aber trotzdem in eine 7tage lange Quarantäne begeben, bevor sie sich ein zweites Mal testen lassen.

Insgesamt zeigte sich Castex mit dem Erfolg der bisherigen Corona-Maßnahmen zufrieden. Man habe früher als viele andere europäische Staaten im Herbst auf das Infektionsgeschehen reagiert, sagte Castex. Dank dieser Strategie stehe man nun besser da als viele andere. »Die Situation ist unter Kontrolle, aber immer noch fragil«, so der Premierminister.

Im Gegensatz zu anderen Ländern werden die Schulen in Frankreich geöffnet bleiben. In allen Schulen werden allerdings verschärfte Sicherheitsvorkehrungen gelten: Sportunterricht in geschlossenen Räumen wird eingestellt, das Essen in den Schulkantinen einem noch strengeren Protokoll unterworfen. Außerdem sollen auch alle Schüler und Lehrer ab Montag…