Obwohl Onlinehändler in der Corona-Krise deutlich mehr Bestellungen verschickt haben, sinkt der Anteil der zurückgeschickten Pakete: Nach einer Studie der Universität Bamberg habe sich die Retourenquote von 17,8 auf 15,9 Prozent reduziert.

Absolut gesehen steigt die Zahl der Retouren aber – denn bundesweit sei die Zahl der online bestellten und versendeten Pakete 2020 um mehr als 25 Prozent gegenüber 2019 gestiegen, wie eine erste Schätzung der Forscher nach Befragung von 103 Onlinehändlern in Deutschland ergab. Die Zahl der Retouren belief sich 2020 nach vorläufiger Schätzung auf 315 Millionen Pakete in Deutschland, 2019 waren es noch 301 Millionen. Die für die Studie befragten Onlinehändler decken nur einen Teil des Branchenumsatzes ab.

Die Gründe für die niedrigere Retourenquote: Die Kunden hätten sich vorab besser informiert und nach Bedarf bestellt, sagte der Leiter der Forschungsgruppe, Björn Asdecker. »Wir nennen es die Entwicklung von »Möchte-ich-haben«– zu »Brauche-ich-jetzt«-Käufen«, meint Oliver Prothmann, Präsident des Bundesverbands Onlinehandel. »Der Käufer hat einen bestimmten Bedarf und kauft das Produkt und nutzt es sofort.« Ein weiterer Punkt: Gerade ältere Kunden, die normalerweise lieber vor Ort einkauften, hätten selten ein Paket zurückgeschickt.

Besonders profitieren große Onlinehändler von Mode und Möbeln

Besonders profitiert hätten Händler vor allem in den Bereichen Einrichtung und Mode: So verschickten sie laut Studie von März bis August 13,8 Prozent mehr Pakete mit Mode als im Vorjahreszeitraum, bekamen aber 6,3 Prozent weniger Retouren.

Vor allem größere Händler wie Otto oder Zalando berichten von sinkenden Retouren, mittlere und kleine Unternehmen verzeichneten nach einer Umfrage des Händlerbundes im Lockdown dagegen etwas mehr Rücksendungen. So sind bei dem Versandhändler Otto nach eigenen Angaben 2020 im Vergleich zum Vorjahr 30 Prozent mehr Bestellungen eingegangen, während die Retouren um fünf Prozent…