Bundeskanzlerin Angela Merkel will nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung das nächste Bund-Länder-Spitzengespräch vom 25. Januar auf kommende Woche vorziehen. Dabei solle dann mit den Ministerpräsidenten eine deutliche Verschärfung des Lockdowns diskutiert werden. Die bestehenden Maßnahmen sollten bundesweit vereinheitlicht werden, meldet „Bild“ ohne Quellenangabe. Auch Ausgangssperren seien im Gespräch, geprüft werde unter anderem die Einstellung des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs. Grund für den Druck auf weitere Beschränkungen sei die Angst vor einer Ausbreitung der Corona-Mutationen.

Innerhalb der letzten 24 Stunden meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) 1244 Todesfälle – ein neuer Rekordwert. Zudem meldeten die Gesundheitsämter bundesweit 25.164 Neuinfektionen. Die Einhaltung der Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland ist nach Einschätzung von RKI-Präsident Lothar Wieler derzeit „wichtiger denn je“. Es sei noch nicht abschätzbar, wie sich die auch in Deutschland aufgetretenen Mutationen des Coronavirus verbreiteten, sagte Wieler in Berlin. Deshalb appellierte er nochmals eindringlich zum Verzicht auf nicht notwendige Reisen.

Wieler rief auch dazu auf, dass mehr Menschen zum Schutz vor Ansteckungen im Homeoffice arbeiten sollten. „Jetzt schützt die Heimarbeit die Gesundheit von uns allen – dazu brauchen wir noch mehr verantwortungsvolle Arbeitgeber“, sagte Wieler. 

„Es gibt immer noch zu viele Ausnahmen“

Der RKI-Präsident kritisierte die derzeit geltenden Einschränkungen als nicht ausreichend – „diese Maßnahmen, die wir jetzt machen – für mich ist das kein vollständiger Lockdown, es gibt immer noch zu viele Ausnahmen.“ Wieler befürwortete eine Verschärfung als „Option“. RKI-Epidemiologe Dirk Brockmann ergänzte, es sei eine „totale Konsensaussage“ aller Modellberechnungen, dass die Lockdownmaßnahmen weiter verschärft werden müssten, um das Infektionsgeschehen einzudämmen.

Der Präsident des…