Trotz aller Bekenntnisse zur Geschlossenheit hat Armin Laschet, einer der Kandidaten für den CDU-Vorsitz, seinen Rivalen Norbert Röttgen attackiert. Dieser hatte sich zuvor mit Blick auf die kommende Bundestagswahl kritisch zu einer Zusammenarbeit mit der FDP geäußert. »Auf eine Partei, die mal Lust hat zu regieren und dann wieder nicht, kann man sich nicht verlassen«, hatte Röttgen der »Augsburger Allgemeinen« gesagt.

Die FDP zu beschimpfen halte er für einen fundamentalen Fehler, konterte nun Laschet. »Das treibt alle in die Ampel hinein.« Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen nannte die Aussagen von Röttgen gefährlich. Er selbst versuche zu FDP-Parteichef Christian Lindner einen Draht zu halten. »Es kann der Moment kommen, wo wir sie brauchen«, sagte Laschet. Er selbst führt in Nordrhein-Westfalen eine schwarz-gelbe Koalition an.

Ein Jamaikabündnis mit Grünen und FDP sei ihm lieber als Schwarz-Grün. »Denn wir brauchen auch ein Korrektiv. Deshalb wünsche ich mir für die Bundestagswahl eine starke FDP.« Mit den Grünen müsse die CDU bei jedem Thema Grundsatzdebatten führen – »erst recht auf Bundesebene mit vielen linken Grünen«. Das sei viel schwieriger als eine Koalition mit der FDP.

Die Einlassungen Röttgens waren auch in Kreisen der FDP-Führung mit scharfen Worten kommentiert worden. »Norbert Röttgen will die Union weiter nach links führen. Damit wird die Rolle der FDP als Anwalt der Mitte noch dringlicher«, hieß es gegenüber dem SPIEGEL. Röttgen beweise damit einen »ähnlichen Instinkt für die bürgerlichen Wähler« wie bei der nordrhein-westfälischen Landtagswahl 2012, nach deren Verlust er von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sogar als damaliger Bundesumweltminister entlassen worden sei.

Laschet warnte besonders eindringlich vor einer Ampelkoalition aus Grünen, SPD und FDP. »Das ist das Allerschwierigste: Eine Koalition aus SPD, die das Soziale abdeckt, den Grünen und der FDP, die dann den Wirtschaftsteil abdeckt…