Berichten zufolge wird britischer Fisch wegen der erhöhten Brexit-Bürokratie derzeit massenhaft in Kühllastwagen ungenießbar – die Ausfuhren gehen zu schleppend voran. Den Tory-Politiker Jacob Rees-Mogg ficht das offenbar nicht an. Er hat sich zu einer gewagten Aussage über die angeblichen Vorteile des Brexits für Fische verstiegen.

»Der Punkt ist, wir haben unseren Fisch zurück. Jetzt sind es britische Fische und sie sind besser und glücklicher«, sagte Rees-Mogg im britischen Unterhaus. Der Politiker ist im Kabinett von Premierminister Boris Johnson für Parlamentsfragen zuständig und als Brexit-Hardliner bekannt.

Rees-Mogg hatte mit seiner Aussage auf Kritik eines Abgeordneten der Schottischen Nationalpartei (SNP) reagiert. Der hatte der Regierung vorgeworfen, mit dem EU-Austritt für die Fischindustrie ein Desaster angerichtet zu haben.

Unterhaussprecher Lindsay Hoyle nahm Rees-Moggs Äußerung mit Humor. »Offensichtlich gibt es dafür überwältigende Beweise«, sagte Hoyle.

Der Streit um die Fischereirechte in der Nordsee hatte in den langwierigen Brexit-Verhandlungen einen enormen symbolischen Stellenwert – obwohl die Fischerei wirtschaftlich weder für Großbritannien noch die EU von großer Bedeutung ist. In dem zum Jahreswechsel in Kraft getretenen Handels- und Kooperationsabkommen zwischen Brüssel und London wurde schließlich festgelegt, dass EU-Fischerboote auf einen Teil ihrer Fangrechte in britischen Gewässern verzichten müssen.

Premier Johnson feierte das als großen Erfolg und Souveränitätsgewinn. Mit dem Austritt Großbritanniens aus dem EU-Binnenmarkt und der Zollunion fallen allerdings Formalitäten an, die den Handel erschweren. Schottische Fischer, die einen großen Teil ihrer Ware in die EU exportieren, leiden besonders darunter. Teilweise wurden die Ausfuhren ganz gestoppt. Auch Fischer aus Südengland hatten sich zuletzt über die Bürokratie beschwert. Ihr Fisch vergammle deswegen massenhaft, berichtete unter anderem der »Evening…