Die verfolgte muslimische Minderheit der Rohingya lebt unter prekären Verhältnissen, Hunderttausende hausen in erbärmlichen Lagern. Auch im Nachbarland Bangladesch ist die aus Myanmar vertriebene Ethnie nicht willkommen, zuletzt siedelte die Regierung Tausende Rohingya auf eine Insel um, die kaum mehr als ein Haufen Schlick ist.

Nun hat ein verheerendes Feuer in einem Rohingya-Lager im Süden Bangladeschs schwere Schäden hinterlassen. Nach Angaben des Uno-Flüchtlingshilfswerkes wurden durch den Brand im Camp Nayapara 550 Unterkünfte zumindest teilweise zerstört, geschätzt 3500 Menschen hätten so ihr Zuhause verloren.

Außerdem seien rund 150 Geschäfte von dem Feuer zerstört worden. Tote oder Verletzte gab es aber offenbar nicht.

Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, befindet sich das Lager unweit der Grenze zu Myanmar. Insgesamt halten sich in der Region rund eine Million Rohingya auf, die geflüchtet sind. Das Lager Nayapara besteht demnach bereits seit vielen Jahren.

»Das ist ein weiterer schwerer Schlag für die Rohingya, die seit Jahren unter unvorstellbaren Bedingungen leben«, sagte der Direktor der Hilfsorganisation Save The Children in Bangladesch, Onno van Manen. Das Feuer habe den Menschen das bisschen Schutz und Würde geraubt, das ihnen noch geblieben sei.

Icon: Der Spiegel