Wenn einer CDU-Chef und Kanzler werden möchte, dann könnte er versuchen, die Leute mit Optimismus und guter Laune von sich zu überzeugen, gerade als Rheinländer. Doch Armin Laschet ist in diesen Zeiten nicht danach. Man konnte das in den vergangenen Monaten ein paar Mal beobachten, zum Beispiel an einem Vormittag im Oktober.  

Der 59-Jährige kommt in sein Büro im nordrhein-westfälischen Landtag, mit einem Gesichtsausdruck, als hätte er gerade einen Autounfall gehabt. Oben, im Plenarsaal, läuft die Haushaltsdebatte. Es ist die Zeit, in der in Deutschland die Zahl der Corona-Infektionen wieder zunimmt. 

Laschet findet die meisten Fragen doof

Die zweite Welle kommt, Laschets Laune ist sowieso schon im Keller, und dann soll er auch noch über das Kandidatenrennen um den CDU-Vorsitz sprechen. 

Wie läuft der Wahlkampf? Was sagt er zu den Umfragen unter den Unionsanhängern? Was hält er von Merz und Röttgen? Und ist Spahn in Wahrheit der Kandidat der Herzen? Tiefes Einatmen, Kopfschütteln, Abwinken.

Laschet findet die meisten Fragen doof, beim Wort »Wahlkampf« verzieht er das Gesicht. Seine Antworten sind kurz, zitieren darf man sie nicht. 

Die Corona-Pandemie und seine Ambitionen auf den CDU-Vorsitz, beides hat sich für Laschet in den vergangenen zehn Monaten unheilvoll übereinandergelegt. Seine Mitbewerber um den CDU-Posten, Friedrich Merz und Norbert Röttgen, konnten in Talkshows und Kreisverbänden entspannt die Weltlage sortieren. Es gab keinen Realitätscheck, dem ihre Worte standhalten mussten. 

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Kontrahenten Merz, Laschet

Foto: Michael Kappeler / dpa

Dagegen wurde alles, was Laschet als Ministerpräsident in der Pandemie unternahm oder nicht unternahm, auf seine potenzielle Kanzlertauglichkeit abgeklopft. Das wurmte ihn. Den Auseinandersetzungen mit Merz und Röttgen entzog er sich so weit wie möglich, um sich nicht den Vorwurf einzuhandeln, in der Krise falsche Prioritäten zu setzen.

Allerdings stellte sich…