Die Soldaten aus der Elfenbeinküste seien im Zentrum des westafrikanischen Landes über einen Sprengsatz gefahren, bevor sie von bewaffneten Männern beschossen wurden, teilten die Vereinten Nationen mit. Sechs Soldaten wurden verletzt.

Es ist unklar, wer für die Attacke etwa 20 Kilometer nördlich der Stadt Bambara-Maoudé in der Region Timbuktu verantwortlich ist. Laut UN gelang den Angreifern die Flucht. In der Region operieren mehrere islamistische Gruppen, die mit den Terrorgruppen Al-Kaida und „Islamischer Staat“ verbunden sind, und versetzen mit ihren Angriffen die Bevölkerung in Angst und Schrecken.

Seit 2012 wütet der Konflikt

Der Angriff auf die UN-Blauhelmsoldaten ist der jüngste in einem brutalen Konflikt, der 2012 in Mali ausgebrochen ist. Damals schlugen Dschihadisten einen Aufstand der Tuareg-Rebellen im Norden des Landes nieder. Seitdem wurden tausende Zivilisten in dem Konflikt getötet, Hunderttausende mussten aus ihrer Heimat fliehen. Der Konflikt hat sich inzwischen auf das Zentrum des Landes sowie die Nachbarländer Burkina Faso und Niger ausgeweitet.

Den Extremisten in der Region spielen viele Faktoren in die Hände: Die Sahel-Staaten sind mit die ärmsten der Welt, mit hohem Bevölkerungswachstum und schlechtem Zugang zu Bildung und Gesundheit. Die Regierungen haben in den wüstenhaften Weiten außerhalb der Städte oft wenig Kontrolle. Neben den Dschihadisten nutzen dies auch kriminelle Netzwerke und Menschenschmuggler aus.

Die in Mali stationierten ausländischen Soldaten sollen den westafrikanischen Krisenstaat stabilisieren und das Vordringen islamistischer Milizen bekämpfen. Die UN-Friedensmission in Mali (Minusma) hat nach eigenen Angaben seit ihrem Start im Jahr 2013 mehr als 230 Mitglieder verloren. Der Einsatz gilt als der gefährlichste derzeit laufende UN-Auftrag. Deutschland beteiligt sich an Minusma sowie an der Europäischen Ausbildungsmission (EUTM). 

qu/rb (afp, rtr, ap)