Siemens hat nach Reuters-Informationen einen Riesendeal mit Ägypten abgeschlossen. Der Technologiekonzern soll in dem nordafrikanischen Land an einem Schnellzugprojekt beteiligt werden. Von den insgesamt 23 Milliarden Dollar Auftragsvolumen erhält Siemens demnach sieben Milliarden.

Wie die ägyptische Regierung am Mittwoch mitteilte, soll die elektrisch betriebene Strecke tausend Kilometer umfassen. Der Bau des ersten Abschnitts solle sofort beginnen, hieß es in einem Statement des Regierungssprechers auf Facebook. Dabei geht es um eine Strecke von 460 Kilometern zwischen Ain Suchna am Roten Meer und Neu-Alamein am Mittelmeer. Sie soll nach Angaben der ägyptischen Regierung durch die geplante neue Hauptstadt in der Wüste östlich von Kairo führen, die sich derzeit im Bau befindet.

Der Abschnitt beinhalte auch den Bau von 15 Bahnhöfen und soll innerhalb von zwei Jahren fertiggestellt werden, hieß es in einem weiteren Statement, das nach einem Treffen zwischen Präsident Abdel Fattah al-Sisi and Siemens-Chef Joe Kaeser von den ägyptischen Behörden veröffentlicht wurde. Am Donnerstag habe Ägypten daraufhin laut Reuters einen Vertrag mit Siemens unterzeichnet.

Das Projekt sei heftig zwischen Anbietern aus China (XI/CRRC), Frankreich (Alstom) und Deutschland (Siemens) umkämpft gewesen, hieß es aus Verhandlungskreisen. Die Bundesregierung habe das Münchner Unternehmen dabei erheblich unterstützt. 

Siemens ist bereits mit anderen Technologieprojekten in Ägypten vertreten. So baute der Konzern unter anderem seit 2015 drei Gaskraftwerke, die zu der Zeit als die größten der Welt galten.

Icon: Der Spiegel