Eitle Fußballer sind keine Seltenheit. Allwöchentlich lässt sich bei TV-Übertragungen von Bundesligaspielen beobachten, wie sich Profis wieder die Haare richten, die nach einem langen Sprint oder einem Kopfball in Unordnung geraten sind. So ein harter Corona-Lockdown wie der aktuelle in Deutschland schafft auch in dieser Hinsicht Probleme: Die Läden sind geschlossen, auch Hausbesuche von Frisörinnen und Frisören sind unter Androhung von Geldbußen untersagt.

Warum also, fragte jetzt der Zentralverband des Deutschen Frisörhandwerks in einem offenen Brief den Deutschen Fußball-Bund (DFB), laufen dann bei Bundesligaspielen frisch frisierte Profis über den Platz? „Wir sind seit vier Wochen im Lockdown“, sagt Verbandspräsident Harald Esser der DW. „Wenn ich mir vor dem 15. Dezember einen Scheitel oder die Seiten habe rasieren lassen, sind die Haare jetzt mindestens einen Zentimeter gewachsen. Dann sind die kahlen oder ganz kurzen Stellen nicht mehr sichtbar, man sieht keine Kopfhaut mehr.“

Kunden machen Druck

Nach wie vor aber liefen Bundesligaprofis mit „ausgefeilten“ Haarschnitten über den Platz, häufig extrem kurz rasiert. „Das mache ich mir nicht selbst“, sagt Esser, der seit fast 40 Jahren einen Frisörsalon in Köln leitet. „Und ich glaube auch nicht, dass 50 Prozent der Fußballer eine Partnerin oder einen Partner haben, die das beherrschen.“ Laut Esser berichten Frisörinnen und Friseure, dass sie von Kunden bedrängt würden, ihnen bei Hausbesuchen die Haare zu schneiden – unter Verweis darauf, dass dies doch auch bei den Fußballern möglich sei. Bis jetzt, so der Verbandschef, habe der DFB noch nicht auf den Protestbrief reagiert.

Die Haare sitzen – jedenfalls bei den meisten BVB-Profis

Auch die meisten Bundesligisten geben sich in der Sache zugeknöpft. Von den 18 Erstligisten ließen acht Klubs, darunter auch Branchenprimus FC Bayern und Borussia Dortmund, eine Anfrage der DW zu den Vorwürfen des Frisörverbands zunächst unbeantwortet. Sieben, darunter…