Vor der Amtseinführung des künftigen US-Präsidenten Joe Biden schränken mehrere Internetplattformen ihr Angebot ein. Nachdem die Behörden dazu aufgerufen haben, nicht zu der Zeremonie nach Washington D.C. zu reisen, will etwa die Vermietungsplattform Airbnb Reservierungen im Großraum der US-Hauptstadt in der Einweihungswoche stornieren. Man wolle zudem neue Buchungen blockieren, teilte das Unternehmen mit. Gäste, deren Reservierungen storniert werden, würden ihr Geld zurückerhalten, hieß es. Auch Gastgeber erhielten das Geld erstattet, welches sie mit diesen stornierten Reservierungen verdient hätten.

Airbnb reagiert damit auf die Sorgen vieler Menschen, dass es bei der Veranstaltung nach dem Sturm auf das US-Kapitol vor einer Woche in Washington erneut zu Ausschreitungen durch Auswärtige kommen könnte. Unter dem Hashtag #DontRentDC waren Gastgeber in den sozialen Medien dazu aufgerufen worden, in dem Zeitraum keine Zimmer zu vermieten.

Die Befürchtungen sind nicht grundlos: Airbnb schreibt selbst, dass die Plattform nach Hinweisen auf Krawallmacher aus den Medien und von Behörden »zahlreiche Personen« identifiziert habe, die mutmaßlich »entweder mit bekannten Hassgruppen in Verbindung stehen oder anderweitig in die kriminellen Aktivitäten am Kapitolgebäude verwickelt sind«. Laut Sicherheitsexperten hat zudem die Bedrohung durch Rechtsextremisten und militante Trump-Anhänger zudem in den vergangenen Tagen weiter zugenommen. Airbnb teilte mit, es habe alle bekannten Fälle inzwischen von der Plattform verbannt.

In Washington selbst werden bis zur Amtseinführung Bidens am kommenden Mittwoch bis zu 15.000 Soldaten der Nationalgarde am Kapitol eingesetzt. Die Bundespolizei FBI warnte laut CNN, dass es rund um die Vereidigung des Demokraten zu neuen gewaltsamen Protesten kommen könnte. Washingtons Bürgermeisterin Muriel Bowser rief die Menschen dazu auf, zu Hause zu bleiben: »Wir bitten die Amerikaner, nicht nach Washington zur 59. Amtseinführung des…