von Florian Schillat
13.01.2021, 10:25 Uhr

Donald Trump hat seinen Vizepräsidenten einst als seinen „Fels in der Brandung“ bezeichnet, nun brandmarkt er ihn als Sündenbock. Trotzdem: Mike Pence hält zu ihm. Oder?

Das Weiße Haus hat unter der Ägide von Donald Trump viele Metamorphosen erlebt. Die Regierungsmitglieder und einst engen Vertrauten des Präsidenten, die bei ihm in Ungnade gefallen sind und geschasst wurden, lassen sich schon lange nicht mehr an einer Hand abzählen. Nicht selten haben sie sich im Anschluss verbal ausgebreitet, ob in Medien oder zwischen zwei Buchdeckeln, und verstörende Begebenheiten aus dessen Amtszeit ausgepackt.

Nur auf einen konnte sich der Hausherr in der Pennsylvania Avenue 1600 immer verlassen: Mike Pence, seinen Vizepräsidenten und „Fels in der Brandung“, wie ihn Trump einst liebevoll genannt hat. Pence hat noch jeden politischen Stunt seines Vorgesetzten gerechtfertigt und verteidigt, ihm in der von Affären und Skandalen reichen Amtszeit in Nibelungentreue zur Seite gestanden. 

Dann kam der Wendepunkt.

Datiert werden muss dieser auf vergangenen Donnerstag, etwa 3.40 Uhr. Nachdem ein wütender Mob, aufgeheizt vom Präsidenten, das Kapitol gestürmt hatte, stand…