Zalando hat seit Kurzem eine neue Kategorie auf der Website. Etwas versteckt zwischen Winterkleidern, Rabattbannern und Produktlinks steht »Pre-owned« – als wäre das bei Deutschlands aggressivstem Modehändler das Normalste der Welt. Doch einen Klick weiter fällt auf: Die Kleidung ist knittriger, das Bündchen manchmal schiefer, die Mischung wilder. Denn Pre-owned ist nichts anderes als eine angesagtere Bezeichnung für Secondhand. Und genau in dieses Geschäft mit gebrauchter Kleidung ist der Modegigant im September eingestiegen.

»Wir wollen die erste Anlaufstelle für Mode sein, so wie Spotify für Musik – und da gehört Pre-owned einfach dazu«, sagt eine Zalando-Sprecherin. Denn immer mehr Kunden wollten auch gebrauchte Kleidung kaufen und verkaufen, wüssten aber nicht wo. Diese Lücke wolle man schließen.

Mit dieser Entdeckung ist Zalando nicht allein: Auch die H&M-Gruppe kauft und verkauft Secondhandmode seit letztem Jahr gleich über drei Kanäle: Über die Plattform Sellpy, an der sie die Mehrheit hält; über den Onlinestore der H&M-Marke Cos und über die konzerneigene Rabattplattform Afound. Auch die Otto-Tochter About You ist im Dezember in das »Second love«-Modegeschäft eingestiegen. Und sogar der Ultrafast-Fashion-Anbieter ASOS verkauft Vintage-Kleidung über seinen Onlinemarktplatz.