Manches ist so grausam, dass es einem die Sprache verschlägt. Dazu zählt sicherlich auch die Tat von Lisa Montgomery. Sie erwürgte 2004 im US-Bundesstaat Missouri eine Schwangere, schnitt der jungen Frau den Bauch auf, um an deren ungeborenes Baby zu gelangen und das Kind  als das eigene auszugeben. Wegen dieses Mordes wurde Montgomery vor 14 Jahren zum Tode verurteilt. Seitdem wartete sie auf ihre Hinrichtung.

Die scheidende Regierung von US-Präsident Donald Trump setzte nun alles daran, die Strafe noch in ihrer kommende Woche endenden Amtszeit vollstrecken zu lassen. Und so starb Lisa Montgomery in der Nacht zum Mittwoch (Ortszeit) durch eine Giftspritze.

Die 52-jährige wurde im Gefängnis in Terre Haute im US-Bundesstaat Indiana hingerichtet, wie das US-Justizministerium mitteilte. Der Tod trat um 1.31 Uhr ein. Dies sei die erste Exekution einer nach Bundesrecht verurteilten Frau seit 1953 gewesen, berichten US-Medien.

Zwar hatte am Montag ein Bundesgericht in Indiana die Vollstreckung unter Verweis auf Montgomerys Geisteszustand zunächst ausgesetzt. Ein Berufungsgericht hob die Entscheidung einen Tag später jedoch auf. Der Supreme Court in Washington gab schließlich den Behörden Recht und machte den Weg für die Hinrichtung endgültig frei. Dann ging alles sehr schnell. Wenige Stunden später war Montgomery tot.

Weitere Todeskandidaten

Trotz zunehmender Kritik lassen viele US-Bundesstaaten verurteilte Täter hinrichten. Auf Bundesebene wurden Exekutionen hingegen seit 2003 nicht mehr ausgeführt. Doch die Trump-Regierung hatte die Vollstreckung von Todesurteilen im vergangenen Jahr nach einem gewonnenen Rechtsstreit wieder aufgenommen. Medienberichten zufolge hatte die Regierung seither zehn Straftäter hinrichten lassen. Lisa Montgomery war nun die 11. Todeskandidatin.

Mörderin Montgomery (2015): Eintritt des Todes um 1.31 Uhr nachts

Bis zur Amtsübernahme von Trump-Nachfolger Joe Biden am 20. Januar will die US-Regierung nach Angaben des Death Penalty…