Die scheidende US-Regierung erhöht in ihren letzten Amtstagen den Druck auf den Iran und wirft dem Land Unterstützung von Al-Kaida vor. „Al-Kaida hat eine neue Heimatbasis: Es ist die Islamische Republik Iran“, sagte der Minister bei einer Rede in Washington. Seit 2015 erlaube Teheran der Terrororganisation, den Iran als Basis zu nutzen, um Aufgaben zu erledigen, die zuvor aus Afghanistan und Pakistan getätigt worden seien: „Iran ist in der Tat für Al-Kaida das neue Afghanistan.“ Die Situation sei schlimmer als in Afghanistan, da sich Al-Kaida dort in den Bergen versteckt habe, während es im Iran unter dem „Schutz des iranischen Regimes“ agiere. Pompeo legte allerdings keine Beweise dafür vor, dass Al-Kaida sein neues Zentrum im Iran hat. Der Außenminister, der als enger Verbündeter von Präsident Donald Trump gilt, setzte bis zu sieben Millionen Dollar zur Belohnung für Hinweise auf die Al-Kaida-Führung im Iran aus.

Spielt Erbfeindschaft zwischen Sunniten und Schiiten keine Rolle mehr?

Pompeos Aussagen lassen aber auch Verwunderung aufkommen, da der mehrheitlich schiitische Iran und die sunnitische Terrororganisation trotz ihrer gemeinsamen Feindschaft zu den USA aus religiöser Sicht Gegner sind. Allerdings gab es in den vergangenen Jahren auch immer wieder nicht verifizierbare Berichte, wonach Al-Kaida-Kämpfer im Iran untergetaucht sein sollen.

Die US-Regierung wirft der schiitischen Führung in Teheran seit Langem vor, schiitische Milizen im Nahen Osten zu unterstützen, etwa im Libanon und im Irak. Washington hatte Iran aber bislang nicht so deutlich vorgeworfen, auch Gruppen sunnitischer Extremisten zu unterstützen. Allerdings gab es in den vergangenen Jahren aber auch wiederholt Berichte, wonach Al-Kaida-Kämpfer im Iran untergetaucht sein sollen.

Irans Außenminister Dschawad Sarif wies Pompeos Anschuldigungen umgehend über Twitter zurück:

Alle Attentäter der Anschläge vom 11. September seien aus Pompeos „Lieblingsländern“ des Nahen Ostens gekommen -…