Regelmäßig wird es laut auf der Mahia Peninsula. An der Ostküste von Neuseelands Nordinsel hat das private Raumfahrtunternehmen Rocket Lab seinen Launch Complex 1 eingerichtet. Schon 17 Mal ist von dort eine »Electron«-Rakete der Firma abgehoben. Es ist derzeit der einzige private Startplatz der Welt, von dem man den Erdorbit erreichen kann.

Mit 17 Metern Höhe ist die neuseeländische Rakete deutlich kleiner als die der Konkurrenz von SpaceX, Arianespace oder der United Launch Alliance. Sie ist mit einer Nutzlast von 300 Kilogramm, die in den niedrigen Erdorbit gebracht werden können, auch weniger kräftig – aber billig. Zwischen fünf und sieben Millionen Dollar kostet ein Exemplar. Und mit noch einem Vorteil wirbt Rocket Lab: Wohl nirgends kann ein Satellit so schnell abheben wie hier.

Das hat offenbar auch das deutsche Raumfahrtunternehmen OHB überzeugt. Für einen Kunden hat OHB eine »Electron«-Rakete gekauft. Ab Samstag soll sie unter dem Missionsnamen »Another One Leaves The Crust« ins All starten. Zwischen Vertragsabschluss und Raketenstart hätten nur wenige Monate gelegen, heißt es.

Es ist das erste Mal, dass eine deutsche Firma solch eine Rakete komplett chartert. Für wen, das will das Bremer Unternehmen aber nicht verraten. OHB habe einen Satelliten im Auftrag eines Kunden »entwickelt, gebaut, getestet und wird ihn auch betreiben bis an das Ende seiner operativen Lebenszeit«, so Lutz Bertling, im Vorstand der Firma zuständig für Digitalisierung, Strategie und Geschäftsentwicklung, auf Anfrage des SPIEGEL. Und wenn das Gerät nicht mehr nutzbar sei, werde man ihn auf einen Re-Entry Orbit bringen. »Dieser Orbit sorgt dafür, dass der Satellit bei Wiedereintritt verglühen wird und kein Weltraummüll entsteht.«

Zum Preis der Rakete gibt es ebenfalls keine genauen Informationen – nur so viel: Rocket Lab habe den Start »trotz einer äußerst kurzen Zeitspanne« zwischen Anfrage und Starttermin ermöglicht, sagt Bertling. Das habe »besondere…