Die Wahl des neuen CDU-Chefs ist noch wenige Tage hin, die Bundestagswahl gar mehrere Monate. Trotzdem spricht sich CDU-Vorsitzkandidat Norbert Röttgen schon mal gegen eine Koalition mit der FDP nach der kommenden Bundestagswahl aus. Die Liberalen hätten »ein historisches Versagen zu verantworten«, indem sie nach der Wahl von 2017 die Regierungsverantwortung verweigert hätten, sagte der Außenpolitiker und frühere Bundesumweltminister der »Augsburger Allgemeinen«. Er bezog sich damit auf den damaligen Ausstieg der FDP aus den Koalitionsverhandlungen mit der Union und den Grünen.

»Auf eine Partei, die mal Lust hat zu regieren und dann wieder nicht, kann man sich nicht verlassen«, sagte Röttgen. »Das sind unsichere Kantonisten, auf die ich nicht setzen würde.« Es könne zwar sein, »dass die FDP jetzt auf einmal wieder auf die Idee gekommen ist, dass der Sinn von Politik auch darin bestehen könnte, zu gestalten, zu entscheiden und zu regieren«, sagte Röttgen. Doch auch die Wähler würden das Scheitern der Verhandlungen über eine sogenannte Jamaikakoalition vor drei Jahren nicht vergessen, betonte Röttgen.

FDP hält neues Jamaikabündnis wieder für realistisch

Nach der Bundestagswahl im Herbst 2017 waren CDU/CSU, FDP und Grüne in Sondierungsgespräche gegangen, aus denen die FDP schließlich ausgestiegen war – mit den berühmten Worten des Parteichefs Christian Lindner: »Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren.« Mittlerweile sind die Liberalen wieder offen für eine mögliche Neuauflage des Jamaikabündnisses: FDP-Vize Wolfgang Kubicki hatte der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung« kürzlich gesagt, dass Schwarz-Grün-Gelb »Stand heute« die einzige realistische Option für seine Partei sei.

Kritik aus der FDP-Führung an Röttgens Äußerung

Die Einlassungen Röttgens wurden am Mittwoch in Kreisen der FDP-Führung mit scharfen Worten kommentiert. »Norbert Röttgen will die Union weiter nach links führen. Damit wird die Rolle…