Der Kreml-Kritiker Alexej Nawalny teilte mit, er habe für den 17. Januar einen Flug nach Russland gebucht. Im August war in Sibirien ein Anschlag auf ihn verübt worden mit einem Nervengift aus der Nowitschok-Gruppe. Anschließend wurde er nach Deutschland ausgeflogen und in der Berliner Charité behandelt.

„Ich habe überlebt“, schrieb Nawalny jetzt auf Instagram. Die Frage „Rückkehr oder nicht“ habe er sich nie gestellt: „Einfach, weil ich nie weggegangen bin.“ In Deutschland sei er „nur aus einem Grund“ gelandet: „Sie wollten mich töten.“ Nach Angaben seines Vertrauten Georgy Alburow soll der Kreml-Kritiker am Sonntag um 19.20 Uhr (Ortszeit, 17.20 Uhr MEZ) am Moskauer Flughafen Wnukowo landen.

Nawalny und seine Frau Julia Mitte September in der Berliner Charité: „Ich habe überlebt“

War Putin der Auftraggeber?

Erneut beschuldigte Nawalny den russischen Präsidenten Wladimir Putin, den Anschlag auf ihn „in Auftrag gegeben“ zu haben. Nawalny wirft dem russischen Geheimdienst FSB vor, hinter seiner Vergiftung zu stecken. 

Nawalny hatte den Giftanschlag nur knapp überlebt. Zwei Tage nach seinem Zusammenbruch während eines Inlandsflugs wurde er zur Behandlung nach Berlin gebracht. Laborergebnisse in Deutschland, Frankreich und Schweden, die von der Organisation für das Verbot Chemischer Waffen bestätigt wurden, zeigten, dass der 44-Jährige mit einem chemischen Nervenkampfstoff aus der Nowitschok-Gruppe vergiftet wurde.

Nawalny weiter unter Druck

Russland bestreitet eine Verwicklung in den Fall und verlangt etwa von Deutschland Beweise. Erst dann wolle man Ermittlungen einleiten, heißt es. Moskau wird dafür international kritisiert. Zuletzt hatten die russischen Behörden den Druck auf Nawalny erhöht. Am Dienstag veröffentlichte dieser im Online-Dienst Twitter Gerichtsunterlagen, aus denen hervorgeht, dass ihm in Russland eine Haftstrafe drohen könnte. Dabei soll es um angebliche Verstöße gegen Bewährungsauflagen gehen, die ein Gericht im Dezember 2014 wegen…