Um ganz ehrlich zu sein: Ich bin mir nicht sicher, ob ich es jemals lernen werde. Ich habe es versucht, ein bisschen zumindest. Immerhin es ist für mich als Kanadierin, die seit 15 Jahren in Deutschland lebt und ansonsten gut integriert ist, auch schön zu wissen, dass ich noch etwas lernen kann, das mich „noch deutscher“ machen würde: Skat spielen. Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass es kein Spiel ist, das man einfach so durchs Beobachten erlernen kann.

„Bei Poker kann man eine halbe Stunde lang Anderen beim Spiel zuschauen und dann selbst spielen, während die meisten Menschen ihr ganzes Leben lang Skat spielen und es immer noch nicht kapieren“, sagt Skat-Experte Jan Ehlers.

Doch trotz der komplizierten Spielregeln gibt es in Deutschland mehr Leute, die Skat spielen als Fußball: 20 bis 25 Millionen, schätzt der Deutsche Skatverband. Allein in Berlin gebe es 200 Skatvereine, die sich mindestens ein Mal in der Woche zum Spielen treffen, sagt Ehlers.

Jan Ehlers setzte sich dafür ein, dass Skat immaterielles Kulturerbe wird

In seiner Funktion als Vizepräsident des Deutschen Skatverbands unterstützte Ehlers 2016 die Bewerbung um die Aufnahme des Spiels in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der deutschen UNESCO-Kommission.

Geschicklichkeit ist wichtiger als der Zufall

Skat ist ein Strategie-Kartenspiel für drei Spieler. Zu Beginn jeder Runde muss durch das sogenannte Reizen bestimmt werden, welcher Spieler als Solist gegen die beiden anderen spielt. Das Reizen basiert auf den Gewinnchancen jedes Spielers entsprechend der Karten, die ausgeteilt wurden: Der Höchstbietende wird Alleinspieler. Die Spieler der Gegenpartei bilden eine temporäre Allianz für die Runde, dürfen sich aber im Spielverlauf nicht absprechen – die Karten, die sie spielen, müssen für sich sprechen.

Traditionell werden deutsche Spielkarten  – mit Eicheln, Blättern, Herzen und Schellen – verwendet, aber das international verbreitete französische Blatt funktioniert ebenso,…