Hunde dürfen laut einem Gerichtsbeschluss in Nordrhein-Westfalen trotz Corona-Shutdowns weiter in Hundesalons frisiert werden. Das aktuell geltende Verbot von Friseurdienstleistungen in der Corona-Verordnung des Landes umfasse nur entsprechende Dienstleistungen an Menschen, befand das Verwaltungsgericht Münster in einem nun bekannt gegebenen Beschluss vom 11. Januar.

Mit seinem noch nicht rechtskräftigen Beschluss gab das Gericht dem Eilantrag einer Hundefriseurin aus Emsdetten statt. Die Coronaschutzverordnung verbiete nicht die Ausübung der beruflichen Tätigkeit der Antragstellerin. Untersagt seien Dienstleistungen und Handwerksleistungen, bei denen der Mindestabstand zum Kunden nicht eingehalten werden könne – insbesondere Friseurdienstleistung, Gesichtsbehandlung, Kosmetik, Nagelstudios, Maniküre, Massage, Tätowieren und Piercen.

Ein Ausweg für Menschen, die sich über kräuselnde Haaren im Nacken oder über den Ohren ärgern, sind die Hundesalons somit wohl nicht – die eigene Kopfhaut lässt sich schließlich schlecht im Salon abgeben. Bei einer Abgabe des Hundes sieht es dagegen laut Verwaltungsgericht anders aus, anschließend könne der vorgeschriebene Mindestabstand von eineinhalb Metern zwischen Hundefriseur und Hundebesitzer eingehalten werden.

Entsprechend könnten auch zahlreiche andere Einrichtungen des Handwerks und des Dienstleistungsgewerbes geöffnet bleiben, zum Beispiel Reinigungen, Waschsalons, Autowerkstätten, Fahrradwerkstätten und Autovermietungen, wie das Gericht hervorhob. Die Antragstellerin biete als Hundefriseurin solch eine Dienst- beziehungsweise Handwerksleistung mit Mindestabstand zum Hundebesitzer an.

Das Gericht verwies darauf, dass es auch bei den weiter geöffneten Auto- und Fahrradwerkstätten notwendigerweise zu einem Kontakt zwischen dem Dienstleister und seinem Kunden komme – wobei aber »bei der Übergabe der zu reparierenden Sache« die Unterschreitung eines Abstands von eineinhalb Metern zur Erfüllung der Dienstleistung…