Nach fast einem Jahr Pandemie ist der Mund-Nase-Schutz längst vom merkwürdigen Fremdkörper zum Alltagsbegleiter geworden. Doch ein Modell aus Stoff oder eine OP-Maske reichen bald im ersten Bundesland nicht mehr aus: In Bayern gilt ab kommender Woche in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr eine FFP2-Pflicht. Die Spezial-Masken sollen das Infektionsrisiko senken. Ein Problem: Sie sind vergleichsweise teuer. Auf Forderungen nach finanzieller Hilfe für Geringverdiener will die bayerische Landesregierung nun offenbar reagieren.

Nachdem Bayerns Ministerpräsident Markus Söder am Dienstag die kommende Maskenpflicht verkündet hatte, wurde der Beschluss in den sozialen Medien kritisiert. Der Grüne Bundestagsabgeordnete Sven Lehmann beispielsweise, forderte auf Twitter, dass einer FFP2-Pflicht unbedingt ein Gratis-Angebot der Masken folgen müsse – zumindest für Menschen, die sie sich andernfalls nicht leisten könnten.

Auch Virologinnen und Virologen kritisieren Bayerns FFP2-Pflicht, obwohl sie die Vorteile der Masken betonen. »Prinzipiell finde ich die Idee gut«, sagte Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg der Nachrichtenagentur dpa. Es müssten aber zwingend Angebote damit verbunden sein: zum einen der kostenlose Zugang zu solchen medizinischen Masken, zum anderen Anleitungen zur richtigen Benutzung. »Ohne solche Angebote sehe ich das kritisch.«

FFP2-Masken böten einen nachweislich besseren Eigenschutz als die einfache chirurgische Mund-Nasen-Bedeckung, erklärte auch Gérard Krause vom Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig, machte jedoch auch klar: »Eine ausreichende und gerechte Verfügbarkeit für jeden Menschen erscheint mir eine wesentliche Bedingung für diese Maßnahme.«

Wie wenig gerecht der Zugang aktuell ist, lässt sich erkennen, wenn man die Preise der Masken beispielsweise dem Hartz-IV-Regelbedarf gegenüberstellt. Darin sind monatlich 17,02 Euro für Ausgaben zur Gesundheitspflege vorgesehen. Dies…