Der Paketboom wird sich nach Einschätzung von Post-Chef Frank Appel auch nach der Corona-Pandemie fortsetzen. Die hohe Nachfrage nach Paketsendungen sei mehr als ein Sondereffekt, es gebe einen strukturellen Wandel im Handel, sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Post am Mittwoch in Bonn. Das zeige sich bereits heute in asiatischen Staaten, wo das Paketvolumen trotz stark gesunkener Infektionszahlen unverändert hoch geblieben sei.

Bei den Geschäftskunden des Bonner Konzerns sind in den vergangenen Monaten nach den Worten von Appel viele kleine Händler hinzugekommen, die vorher kaum oder gar kein Onlinegeschäft hatten – »die haben jetzt in den letzten Monaten gelernt«, sagte Appel. Mit Blick auf 2021 sagte er: »Wir glauben, dass sich beim E-Commerce auch in diesem Jahr ein sehr dynamisches Wachstum fortsetzen wird – sicherlich nicht mit den Wachstumsraten des letzten Jahres, das ist unwahrscheinlich«, sagte der Manager. Aber die Paketmengen 2021 würden sicherlich noch höher ausfallen als 2020.

Sattes Plus beim Umsatz

Die Corona-Pandemie hat den Paketdienstleistern einen kräftigen Schub beschert: Viele Menschen bestellen mehr Sendungen im Internet, entweder weil die stationären Geschäfte geschlossen sind oder weil der Gang in die Innenstadt generell vermieden wird. Die Deutsche Post transportierte 2020 nach eigenen Angaben in Deutschland 1,83 Milliarden Pakete und damit deutlich mehr als im Vor-Corona-Jahr 2019, da waren es 1,59 Milliarden.

In dem Corona-Jahr konnte der Konzern mit seinen weltweit 550.000 Mitarbeitern ein Rekordergebnis verbuchen, nach vorläufigen Zahlen stieg das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf 4,8 Milliarden Euro. 2019 hatte der Wert bei 4,1 Milliarden Euro gelegen, das Plus liegt damit bei etwa 17 Prozent. Der Konzernumsatz kletterte 2020 um fünf Prozent auf 66,8 Milliarden Euro. »Das ist ein sehr erfreuliches Ergebnis in diesen durchaus turbulenten Zeiten«, sagte Finanzvorständin Melanie Kreis. Auch dieses Jahr sieht…