Die EU rechnet offenbar damit, dass der Impfstoffhersteller Johnson & Johnson im Februar die Zulassung für seine Covid-Vakzine beantragen wird. Das sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides am Mittwoch in einer Sitzung mit der konservativen EVP-Fraktion im EU-Parlament gesagt, erklärte der CDU-Abgeordnete Peter Liese.

Johnson & Johnson hat einen sogenannten Vektorimpfstoff entwickelt. Dieser enthält ein für Menschen ungefährliches Adenovirus, das nicht in der Lage ist, sich zu vermehren. In dieses Virus wurde die Erbinformation für das Spike-Protein von Sars-CoV-2 eingebaut. Die Technik wurde bereits für einen Impfstoff gegen Ebola eingesetzt.

Die EU hat sich 200 Millionen Dosen des Impfstoffes sowie eine Option auf weitere 200 Millionen Dosen gesichert. Johnson & Johnson prüft den Impfstoff in zwei großen Phase-III-Studien – sowohl mit einer einmaligen Gabe als auch mit zwei Impfstoffdosen. Mitte Dezember teilte der Konzern mit, dass er Daten der ersten Phase-III-Studie für Ende Januar erwarte.

»Wenn das klappt, dann haben wir schon den vierten Corona-Impfstoff. Der Johnson & Johnson Impfstoff hat den Vorteil, dass man mit diesem Impfstoff nur eine Impfung braucht, um ausreichend geschützt zu sein und er ist viel leichter zu verarbeiten, zu lagern und zu transportieren als der Biontech/Pfizer Impfstoff«, teilte Liese mit.

Bereits zugelassen sind die Corona-Impfstoffe von Biontech/Pfizer sowie Moderna. Zudem hat AstraZeneca am 12. Januar den Antrag gestellt, sein Produkt in der EU zuzulassen. Darüber könne voraussichtlich bereits Ende Januar entschieden werden, teilte die Europäische Arzneimittel-Agentur Ema mit.

Icon: Der Spiegel