Die Schulen und Kitas sind dicht, Restaurants, Fitnessstudios und Kinos sowieso, private Treffen nur noch sehr eingeschränkt erlaubt, mancherorts ist selbst der Bewegungsradius begrenzt – nur die Arbeit hat die Politik auch im verschärften Shutdown kaum eingeschränkt. In der Arbeitswelt treffen jeden Tag deutlich mehr Menschen aufeinander, als es zur Eindämmung der Corona-Pandemie sinnvoll wäre, und verrichten mitunter Tätigkeiten, in denen sie sich der Gefahr einer Infektion aussetzen.

Die Arbeitgeberverbände verweisen gern auf den streng geregelten Arbeitsschutz. Tatsächlich gelten bereits seit April eigene Standards für die Corona-Pandemie, die inzwischen mehrfach ergänzt und konkretisiert wurden. Allerdings werden diese keineswegs überall befolgt. Insbesondere in kleineren Betrieben werden Infektionsschutzmaßnahmen häufig nicht umgesetzt. Zudem werden Betriebsräte nur relativ selten an den Maßnahmen beteiligt. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion hervor, die dem SPIEGEL vorliegt.