Nach der geplanten Produktionsstätte in Marburg soll bald auch im westfälischen Halle der Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer hergestellt werden. Der US-Pharmakonzern Baxter habe einen entsprechenden Auftrag für sein Werk in Halle in Westfalen erhalten, sagte der Personalchef des Werks, Jürgen Fleischer, am Mittwoch der dpa. Der Produktionsstart werde voraussichtlich im März sein.

Fleischer wollte keine Zahlen nennen, es soll sich aber um einen Auftrag in dreistelliger Millionenhöhe an Impfdosen handeln, der innerhalb von 18 Monaten abgearbeitet werden soll. Baxter stellt in Halle bisher vor allem Krebsmedikamente her. Eine Produktionslinie werde nun für die Produktion der Impfstoffe umgestellt. 

Erst vor wenigen Tagen hatten das Mainzer Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer angekündigt, 2021 bis zu zwei Milliarden Dosen ihres Corona-Impfstoffs herstellen zu wollen. Zuvor hatten die Firmen 1,3 Milliarden Dosen angepeilt.

Biontech will Impfstoff künftig auch in einer eigenen Fabrik in Marburg herstellen, um die Produktionskapazität zu erhöhen. Zur Verbesserung der Impfstoffversorgung hatten Bund und Länder bei ihrem letzten Spitzentreffen vereinbart, verstärkt nach weiteren Produktionsstätten zu suchen. Sowohl Kanzlerin Angela Merkel als auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatten dafür staatliche Unterstützung ins Spiel angedeutet.

In dem Werk in Halle sind rund 800 Mitarbeiter beschäftigt. Dort soll künftig noch ein weiterer Corona-Impfstoff produziert werden: Die Baxter-Zentrale in den USA hatte am Montag angekündigt, dass in Halle ein vom US-Unternehmen Novavax entwickelter Impfstoff hergestellt werden soll. Dieser Impfstoff sei aber noch nicht zugelassen, sagte Fleischer.

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