Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hat sich nach SPIEGEL-Informationen dafür entschieden, auf dem Parteitag am kommenden Wochenende für das Bundespräsidium der CDU zu kandidieren. Bisher nahm er in seiner Funktion als Regierungschef an Sitzungen des Gremiums nur beratend teil. Durch seine aktive Mitgliedschaft könne er als Regierungschef den Einfluss der ostdeutschen Landesverbände stärken, heißt es aus der CDU.

Damit soll Haseloff den früheren Thüringer CDU-Landeschef Mike Mohring ersetzen, der bisher neben Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer einen der beiden für Ostdeutsche reservierten Plätze im Präsidium eingenommen hatte. Mohring wiederum kündigte an, für den CDU-Bundesvorstand kandidieren zu wollen; das Gremium hat mehr Mitglieder als das Präsidium.

Ob seine Kandidatur Erfolg hat, gilt als ungewiss. Nachdem Mohring als Spitzenkandidat der Thüringer CDU bei der Landtagswahl im vergangenen Jahr gescheitert war, hatte er sich auf Drängen seiner Partei von seinen Spitzenfunktionen in Erfurt zurückgezogen. Derzeit arbeitet Mohring an seinem Comeback und tritt bei der anstehenden Bundestagswahl als Direktkandidat für den Thüringer Wahlkreis 191 an.

Dem Präsidium gehören neben der Bundesvorsitzenden, den Stellvertretern und mehreren weiteren ranghohen Funktionären sieben zusätzliche Mitglieder an, die der CDU-Bundesparteitag wählt. Der Bundesvorstand umfasst neben allen Mitgliedern des Bundespräsidiums noch 26 weitere gewählte Mitglieder. Auch alle Landesvorsitzenden gehören als beratende Mitglieder zu dem Gremium.

Zu wenig Diversität in Parteigremien

Aus der CDU heißt es, es gebe im Feld der absehbaren und bereits nominierten Kandidaten für die Spitzengremien zu wenig Diversität. So seien zwar viele Jüngere präsent, aber kaum Personen mit Migrationsgeschichte. Vor allem mit geeigneten Kandidaten aus Berlin und Baden-Württemberg hätte man gerechnet.

Eine Ausnahme ist die NRW-Integrationsstaatsekretärin Serap Güler….