Ein wenig erinnerte Alexej Nawalny an einen Boxer, der nach einem schweren Knockout seine Rückkehr in den Ring ankündigt. Der russische Oppositionspolitiker, der im Sommer mit einem militärischen Nervenkampfstoff vergiftet wurde und sich derzeit im Schwarzwald erholt, sprach mit kühl-entschlossenem Gesichtsausdruck zu seinen Instagram-Followern, vor der Kulisse der Stadt Freiburg. Beim Frühsport habe er sich gedacht: »Ich bin, so scheint es, wieder fast gesund.« Und deshalb habe er schon für Sonntag ein Flugticket nach Moskau gekauft – entgegen allen Drohungen des Kreml.

Tatsächlich hat Russlands Justiz schon vor Silvester mit einem neuen Strafverfahren klargemacht, dass Nawalny nach seiner Rückkehr sogleich ins Gefängnis kommen könnte. Und erst am Dienstag hat die Gefängnisbehörde FSIN beantragt, eine alte Bewährungsstrafe gegen den Kreml-Kritiker nachträglich in eine reale Haftstrafe umzuwandeln. »Fehlt nur noch, dass Putin ein riesiges Plakat über den Kreml spannt: Alexej, bitte komm auf gar keinen Fall nach Hause zurück!«, scherzt Nawalny vor der Kamera.