Inmitten der Turbulenzen nach dem Angriff auf das Kapitol durch Anhänger von US-Präsident Donald Trump schmeißt auch der geschäftsführende Heimatschutzminister Chad Wolf hin. Mehrere US-Medien berichteten am Montagabend übereinstimmend, Wolf habe seinen Rückzug intern angekündigt. Eine offizielle Stellungnahme gab es zunächst nicht. Der Abgang kommt nur wenige Tage vor dem Ende von Trumps Amtszeit.

In der vergangenen Woche hatten bereits Bildungsministerin Betsy DeVos und Verkehrsministerin Elaine Chao ihren vorzeitigen Rückzug erklärt und dies explizit mit der Attacke auf das Kapitol begründet. Chao ist die Ehefrau des republikanischen Mehrheitsführers im Senat, Mitch McConnell.

Wolf hatte einen Tag nach der Erstürmung des Kongresssitzes Trump »angefleht«, die Gewalt nachdrücklich zu verurteilen. Die Gewalt sei »tragisch und widerlich« gewesen. Das Vorgehen einiger Anhänger des Präsidenten sei »inakzeptabel«. Trump und alle Politiker müssten dies deutlich verurteilen, forderte er.

Auf Twitter äußerte sich der scheidende Heimatschutzminister außerdem zu einem ganz anderen Thema: der Amtseinführung von Trumps Nachfolger Joe Biden. Wolf erklärte, angesichts der jüngsten Ereignisse werde der unter anderem für den Schutz des Präsidenten zuständige Sicherheitsdienst, der Secret Service, bereits ab Mittwoch eine verstärkte Einsatzphase beginnen.

Ursprünglich sollte der Großeinsatz, verbunden mit der Sperrung von Teilen der Innenstadt Washingtons, erst am 19. Januar beginnen. Damit kam das Heimatschutzministerium einer Forderung der Bürgermeisterin der Hauptstadt, Muriel Bowser, nach.

Icon: Der Spiegel