Die 52-jährige Lisa Montgomery, die wegen eines besonders grausamen Mordes an einer Schwangeren zum Tode verurteilt wurde, werde nicht wie vorgesehen an diesem Dienstag im Gefängnis von Terre Haute hingerichtet, erklärte ein Gericht im Bundesstaat Indiana. Richter James Hanlon sagte, die von Geburt an hirngeschädigte Lisa Montgomery sei derzeit mental „weit von der Realität entfernt“ und daher könne sie die Begründung für ihre Todesstrafe nicht erfassen. Das sei aber die Voraussetzung für eine Hinrichtung. Allerdings hätten sowohl die Regierung als auch die Öffentlichkeit ein Interesse an der zeitgerechten Vollstreckung von Hinrichtungen, führte Hanlon aus. Das Gericht werde rasch über das weitere Vorgehen beraten. Der Vollzug des Todesurteils wäre die erste Hinrichtung einer Frau durch die US-Bundesjustiz seit dem Jahr 1953.

Die Anwälte Montgomerys hatten in der vergangenen Woche auch US-Präsident Donald Trump um Gnade ersucht. Dieser gilt als Befürworter der Todesstrafe. Sie baten um Umwandlung der Todes- in eine lebenslange Haftstrafe. Die Anwälte der 52-Jährigen argumentierten in ihrem Brief an den scheidenden Präsidenten, ihre Mandantin sei zum Tatzeitpunkt im Jahr 2004 psychisch schwer krank gewesen.

Geraubtes Baby überlebt

Montgomery hatte damals eine hochschwangere 23-Jährige erwürgt und ihr dann das Baby aus dem Bauch geschnitten. Die Frau war einen Tag nach der Tat in ihrem Haus in Skidmore im US-Bundesstaat Missouri rund 250 Kilometer vom Tatort entfernt festgenommen worden. Das geraubte Baby, das die grausige Tat überlebte, hatte sie bei sich. Das Mädchen ist heute 16 Jahre alt. Vor ihrem Geständnis erzählte Montgomery der Polizei und ihrem Mann, dass sie das Mädchen selbst zur Welt gebracht habe.

Gegner der Todesstrafe protestieren im Dezember 2020 vor dem Justizministerium in Washington

Montgomery wurde im Jahr 2007 zum Tod verurteilt. Das US-Justizministerium entschied im vergangenen Jahr in ihrem Fall sowie bei zwölf anderen zum…