Es ist beeindruckend, mit welcher Geschwindigkeit sich viele Republikaner von Donald Trump lossagen. »Genug ist genug«, befand Senator Lindsey Graham aus South Carolina, der noch vor Kurzem »erschütternde Belege« für einen massiven Betrug bei der Präsidentschaftswahl in Aussicht gestellt hatte.

Auch Bildungsministerin Betsy DeVos wollte nicht länger einem Kabinett angehören, dessen Chef zum Sturm auf das Kapitol aufruft. »Leicht zu beeindruckende Kinder schauen sich das alles an, und sie lernen von uns«, sagte sie. Die beeindruckbaren Kinder hatten DeVos vier Jahre lang nicht davon abgehalten, Trump bei seinen demokratischen Grenzüberschreitungen zu unterstützen.

Verkehrsministerin Elaine Chao, Senatsmehrheitsführer Mitch McConnell, Heimatschutzminister Chad Wolf, der Nordirland-Beauftragte und frühere Stabschef Mick Mulvaney, sie alle mussten feststellen, dass Trump nicht der Musterdemokrat ist, für den sie ihn angeblich hielten. Es sei ungewöhnlich, dass »Menschen ihren Worten auf die Weise Taten folgen lassen, wie sie es am Mittwoch taten«, sagte Mulvaney im SPIEGEL-Interview.