Leon Draisaitl beschreibt sich selbst als „ein Typ, der nicht so gerne zurückblickt.“ Vielleicht liegt das an seinem jungen Alter von 25 Jahren, vielleicht aber auch daran, dass er mit den Edmonton Oilers im vergangenen Jahr erneut nicht mal in die Nähe des Meistertitels in Nordamerikas Eishockey-Profiliga NHL gekommen ist. Als die Liga nach der Corona-Zwangspause fortgesetzt wurde, scheiterten die Oilers bereits in der ersten Playoff-Runde deutlich.

Und vielleicht war es in den vergangenen Jahren für Draisaitl ja auch gar nicht mal so schwer, nach vorne zu schauen. Auf ein neues Jahr, eine neue NHL-Saison. Doch 2020, das weiß der gebürtige Kölner selbst, ist für ihn eben kein Jahr gewesen, das er einfach so um Mitternacht des 31. Dezember mit einem „Frohes Neues“ beendet und abhakt. Dafür waren seine Leistungen in den vorangegangenen 365 Tagen einfach zu stark und seine Errungenschaften zu historisch.

Längst nicht mehr nur „Sohn von Peter Draisaitl“

„Natürlich bin ich stolz auf das, was ich erreicht habe und freue mich sehr über die Auszeichnungen“, sagt Draisaitl im Gespräch mit der DW. Es waren Ehrungen, die ihn auf beiden Seiten des Atlantiks auf eine neue Stufe gehoben haben. Dass die Fußballnation Deutschland einen Eishockeyspieler zum „Sportler des Jahres“ wählt, wurde im Eishockey-Mutterland Kanada wohlwollend registriert. Und in seiner Heimat ist Draisaitl durch eben jene Auszeichnung auch denen ein Begriff geworden, die ihr Leben außerhalb des Eishockey-Kosmos verbringen.

Leon (r.) Draisaitls Vater Peter (l.) war in den 1980er und 1990er Jahren einer der besten deutschen Eishockeyspieler

Auch sie wissen jetzt, dass dieser Leon Draisaitl längst nicht mehr nur der „Sohn von Peter Draisaitl“ ist, einem der besten deutschen Puckjäger der Achtziger und Neunziger. Er ist auch nicht mehr nur einer von vielen sehr guten Spielern in der stärksten Eishockeyliga der Welt. Nein, dieser Leon Draisaitl gehört zu einem ganz besonderen Kreis von Kufencracks.