Landgericht München
Ex-Audi-Chef weist Vorwürfe im Dieselprozess zurück

Rupert Stadler, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Audi AG, sitzt vor Beginn des Verhandlungstages im Landgericht München. Foto: Christof Stache/AFP Pool/dpa

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Was die alltägliche Arbeit eines Vorstandsvorsitzenden ist, wie voll der Kalender und wie groß die Zeitnot sind: Das alles erklärt der frühere Audi-Chef dem Landgericht München lang und breit – um dann auch zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen.

Der frühere Audi-Chef Rupert Stadler hat im Prozess um manipulierte Dieselabgaswerte die Betrugsanklage entschieden zurückgewiesen und der Münchner Staatsanwaltschaft Voreingenommenheit vorgeworfen.

Sie bewerte Sachverhalte «willkürlich, unbegründet und auch einseitig» und ignoriere viele entlastende Sachverhalte, sagte Stadler am Dienstag bei seiner ersten persönlichen Aussage.

Die Anklage wirft ihm vor, er hätte es ab September 2015 zumindest für möglich gehalten, dass auch in Europa Dieselautos mit geschönten Abgaswerten verkauft wurden. Trotzdem habe Stadler Produktion und Verkauf gut ein Jahr lang weiterlaufen lassen, um den Umsatz der VW-Tochter nicht zu gefährden.