Die Afar-Senke am Horn von Afrika ist einer der lebensfeindlichsten Orte des Planeten: karge Berge, weite Salzwüsten, schroffe Ebenen aus erstarrter Lava und Seen aus Säure. Tagsüber misst das Thermometer regelmäßig mehr als 50 Grad.

Seit Jahrhunderten leben die Afar, eines der letzten Nomadenvölker der Welt, hier im Grenzgebiet zwischen Dschibuti, Äthiopien und Eritrea von ihren Ziegen und Kamelen und vom Salzhandel. Doch das Salz wird heute industriell gefördert, Trockenheit und Dürren haben die Tierbestände dezimiert, und die Kamelkarawanen werden längst von Lastwagenkolonnen überholt.

Ihr Nomadentum hat kaum noch eine Zukunft. Aber wie sollen die Menschen dann leben? Dafür gibt es Ideen.

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Afar-Nomaden in Dschibuti: Lastwagen überholen die Karawanen, das Salz wird industriell gefertigt, die Tiere verhungern und verdursten – wie kann eine Zukunft für die Menschen hier aussehen, damit sie nicht fliehen müssen?

Foto: Benjamin Moscovici

Eines der größten Entwicklungshemmnisse von Ländern wie Dschibuti sind Probleme mit der Stromversorgung. Der wird dringend benötigt – für Licht, Handys und Computer, aber auch für die medizinische Versorgung und die Aufbewahrung von Lebensmitteln. Außerdem lassen sich mit Strom die Pumpen von Tiefbohrbrunnen betreiben.

Seit einigen Jahren entstehen hier in der Wüste nicht nur Solar- und Windkraftanlagen – die Regierung arbeitet auch daran, die vulkanische Aktivität der Region nutzbar zu machen. Mithilfe isländischer Experten soll noch in diesem Jahr das erste Erdwärmekraftwerk in Dschibuti mit der Stromgewinnung beginnen.

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Kalksteinkegel am Abbe See in der Afar-Senke: Einer der unwirtlichsten Orte der Welt

Foto: Benjamin Moscovici

Bis 2035 strebt das Land Energieselbstständigkeit an und könnte irgendwann sogar zu einem wichtigen Stromexporteur in der Region werden. Das Potenzial ist da. Aber ob die Afar-Nomaden von diesem…