Die aktuelle politische Debatte und der jeweilige Zeitgeist spiegeln sich jedes Jahr in der Wahl des Unwortes wider. Zum ersten Mal kürte die Jury der sprachkritischen Aktion als 30. Unwort ein Wortpaar: „Rückführungspatenschaften“ und „Corona-Diktatur“. 

Die ehrenamtlich und institutionell unabhängig arbeitende Jury kreiert nicht etwa selbst ein Unwort. Sie ist auf Einsendungen aus der Bevölkerung, die bis zum 31.12. des Vorjahres schriftlich vorliegen müssen, angewiesen. Für das Unwort 2020 gingen 1826 Einsendungen ein, vorgeschlagen wurden 825 unterschiedliche Begriffe.

Viele kreisten um das dominierende Thema des Jahres 2020, die Corona-Pandemie. Wie die Jury bekanntgab, waren auch die Ausdrücke „Absonderung“, „Systemling“, „Wirrologen“ oder „Grippchen“ darunter. Mit der Doppelwahl möchte sie laut Pressemitteilung darauf aufmerksam machen, „dass auch in anderen Themenbereichen weiterhin inhumane und unangemessene Wörter geprägt und verwendet werden.“

Für 2020 existiert auch ein „Wort des Jahres“

Begriffe um die Corona-Pandemie prägten die Wahlen zum „Wort des Jahres“ und zum „Unwort des Jahres 2020“

„Corona-Pandemie“ war bereits Ende November 2020 zum „Wort des Jahres“ gekürt worden. Die Entscheidung darüber liegt in der Hand der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS). Die GfdS kürte erstmals 1971 ein „Wort des Jahres“ und tut dies seit 1977 regelmäßig.

Über das jährliche „Unwort“ wird seit 1991 entschieden. In den vergangenen Jahren entschieden beispielsweise „Klimahysterie“ (2019),“alternative Fakten“ (2017), „Gutmensch“ (2015) oder „Döner-Morde“ (2011) die Wahl für sich.

Die Wahl zum jeweiligen „Unwort“

Ein Unwort ist laut Lexikoneintrag ein „unschönes Wort“ beziehungsweise kann es sich um ein „unangebrachtes Wort“ oder gar um einen „üblen Ausdruck“ handeln. Wie Unwörter entstehen, erklärt die sprachkritische Aktion „Unwort des Jahres“ auf ihrer Webseite: „Sprachliche Ausdrücke werden dadurch zu Unwörtern, dass sie von…