Das Geschäft des zweitgrößten US-Autobauers in Südamerika kriselte schon länger. Jahrelang schrieb Ford in Brasilien Verluste. Im vergangenen Jahr verursachte die Pandemie dann einen regelrechten Absturz.

Trotz milliardenschwerer Abschreibungen sei es eine „notwendige Entscheidung“, heißt es in einer Mitteilung von Ford-Vorstandschef Jim Farley. Insgesamt gehe es um Abschreibungen in Höhe von rund 4,1 Milliarden Dollar (3,4 Milliarden Euro) vor Steuern. Die Produktion in den Werken Camaçari im Bundesstaat Bahia, Taubaté im Bundesstaat São Paulo sowie der Fabrik der Abteilung Troller in Horizonte im Bundesstaat Ceará werde eingestellt, teilte Ford weiter mit. Die beiden erstgenannten Werke würden sofort geschlossen. Die Produktion in Horizonte werde noch einige Monate fortgeführt. Laut einem Bericht der Finanznachrichtenagentur Bloomberg fallen durch die Schließung insgesamt 5000 Stellen weg.

Einbruch beim Verkauf um fast 40 Prozent

Ford hat international schon länger Schwierigkeiten und verdiente zuletzt nur noch Geld im US-Heimatmarkt. Neben Europa ist Südamerika für das US-Unternehmen ein großes Problemgebiet, im vergangenen Quartal fiel dort ein Betriebsverlust von 108 Millionen Dollar an.

Nach einem Bericht des brasilianischen Nachrichtenportals „G1“, das sich auf Daten des Nationalen Verbandes der Kraftfahrzeughersteller Anfavea beruft, verkaufte Ford in Brasilien im vergangenen Jahr 119.454 Autos – ein Rückgang um gut 39 Prozent im Vergleich zu 2019. 

Sein regionales Hauptquartier in São Paulo will Ford nach eigenen Angaben behalten, auch der Kundenservice und die Vertriebsaktivitäten in Südamerikas größter Volkswirtschaft sollen erhalten bleiben. Ford hatte bereits im Februar 2019 sein ältestes Werk in Brasilien geschlossen, in dem mehr als 3000 Menschen arbeiteten. Dies wurde damals mit einer weltweiten Umstrukturierung begründet.

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