SPIEGEL: Herr Mulvaney, warum sind Sie zurückgetreten?

Mulvaney: Ich wollte deutlich machen: In unserer Partei, in der Regierung und im Umfeld des Präsidenten gibt es Leute, die finden, dass das, was am Mittwoch geschehen ist, eine Schande und eine Farce ist. Wir wollen damit nicht in Verbindung gebracht werden.

SPIEGEL: Nun hat Donald Trump kein Geheimnis aus seinen Vorstellungen gemacht. Schon Monate vor der Wahl bezweifelte er ihre Legitimität. Seit November versucht er, das Ergebnis zu untergraben und eine friedliche Machtübergabe zu verhindern. Konnten Sie da wirklich noch überrascht sein?

Mulvaney: Sicher. Ich glaube, dass ein Teil Ihrer Prämisse richtig ist: Trump hat die Grundlage für eine Anfechtung des Wahlergebnisses gelegt. Das war nicht überraschend. Aber von dort kann man nicht gleich zu einer bewaffneten Invasion des Kapitols springen, die den verfassungsmäßigen Prozess stoppen sollte. Das sah niemand kommen, nicht einmal manche der glühendsten Gegner des Präsidenten.

SPIEGEL: Im Vorfeld gab es Planspiele unter Trump-Anhängern im Internet.