Zum ersten Mal seit Tagen nutzte Donald Trump die eigentlich von ihm verhassten Medien, um sich einmal mehr als Opfer darzustellen. Thema diesmal: Das Amtsenthebungsverfahren, das die Demokraten gegen ihn einleiten wollen.

Donald Trump, Präsident USA

»Es ist eine Fortsetzung der größten Hexenjagd in der Geschichte der Politik. Es ist lächerlich. Es ist absolut lächerlich. Dieses Amtsenthebungsverfahren verursacht enorme Wut. Es ist schrecklich. Es birgt enorme Gefahren für unser Land und es verursacht enorme Wut. Ich will keine Gewalt. Vielen Dank.«

Keine Gewalt? Nicht er, sondern die Demokraten verursachen Wut? Ganz offensichtlich verdreht der Präsident die Tatsachen – wieder einmal. Zur Erinnerung: Am 6. Januar stachelte Trump in einer Rede seine Anhänger dazu an, zum Kapitol zu marschieren.

Donald Trump, Präsident USA

»Ich weiß, dass jeder hier bald zum Kapitol marschieren wird, um friedlich und patriotisch unsere Stimmen zu erheben. Heute werden wir sehen, ob die Republikaner sich stark für die Integrität unserer Wahlen machen, aber auch, ob sie stark für unser Land machen oder nicht.«

Das Resultat ist bekannt: ein entfesselter Mob stürmt das Kapitol und dringt gewalttätig bis ins Innere des Parlamentsgebäudes vor, ein Polizist und vier weitere Menschen sterben bei den Unruhen. Selbst zahlreiche Republikaner sehen in Trumps Aussagen einen entscheidenden Grund dafür, dass sich zahlreiche Anhänger legitimiert fühlten, das Kapitol zu stürmen. Trump weist – wie nicht anders zu erwarten – jede Schuld von sich.

 Donald Trump, Präsident USA

»Wenn Sie meine Rede lesen, und viele Leute haben das getan, und ich habe sie sowohl in den Zeitungen als auch in den Medien, im Fernsehen gesehen. Sie wurde analysiert und die Leute dachten, dass das, was ich gesagt habe, völlig angemessen war.«

Das Repräsentantenhaus will noch am Dienstagabend über die Eröffnung des Amtsenthebungsverfahrens abstimmen. Trump wäre damit ein Eintrag in die Geschichtsbücher sicher: Als…